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    Wirtschaftshistoriker: Begriff Marshallplan für Griechen unpassend

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    Bielefeld (dapd). Der Ruf nach einem Marshallplan der Europäischen Union für das angeschlagene Griechenland ist aus Sicht des renommierten Wirtschaftshistorikers Werner Abelshauser irreführend. "Wenn man es ernst meint mit dem Begriff Marshallplan, dann wäre Griechenland einmal sehr wettbewerbsfähig gewesen", sagte der Bielefelder Wissenschaftler der Nachrichtenagentur dapd.

    Das vom damaligen US-Außenminister George Marshall initiierte Wiederaufbauprogramm für Westeuropa nach dem Zweiten Weltkrieg habe an das große Potenzial Deutschlands mit seinen neuen Maschinen und seiner Spitzentechnologie angeknüpft. "Es gibt aber keine alte Stärke in Griechenland, die man wieder aufbauen könnte", sagte Abelshauser.

    Abelshauser betonte, dass die Absicht des milliardenschweren Marshallplans, offiziell das "European Recovery Program", die Wiederherstellung war. "Man (Other OTC: MAGOF.PK - Nachrichten) musste den Deutschen nur erlauben, die Wirtschaft mit eigenen Mitteln wieder aufzubauen", sagte er. Deutschland sei durch den Marshallplan lediglich auf sein früheres Niveau zurückgekehrt.

    "Die Politik lautete, Westeuropa nicht länger zulasten Deutschlands aufzubauen, sondern mit der Hilfe der Deutschen", erklärte Abelshauser. Deutschland sei nicht der Kern des Marshallplans gewesen, sondern die USA hätten vor allem Frankreich und England Mittel gegeben, damit sie keine Reparationen mehr von den Deutschen verlangten. "Griechenland war ebenfalls Empfängerland des Marshallplans, das hat nichts genutzt", sagte Abelshauser.

    Aktuell brauche Griechenlands Wirtschaft ein Projekt wie den Tourismus, der derzeit noch ein Drittel teurer sei als die türkische Branche, erklärte Abelshauser. Die Griechen müssten einen Qualitätstourismus entwickeln. "Entweder man geht raus aus dem Euro und wertet ab, oder man passt die Qualität seines Angebots den hohen Preisen an", sagte er. Allerdings würden sich solche Projekte erst in 10 oder 20 Jahren auszahlen.

    dapd

     

    2 Kommentare

    • Don  •  vor 2 Monaten
      Klar, dass wieder so ein " Historiker " etwas an einem Vergleich auszusetzen hat. Warum muss man alles kritisieren. Hauptsache das Ziel wird erreicht. Ob man nun eine Situation oder Vorgehensweise: Hitlers Angriff, Cesars Ziel, Stalins Zerstörung, Idi Amins Wut......., nennt ist doch sche....egal.
    • Kurt  •  vor 2 Monaten
      Sowas Naives für Griechenland wie die Vorstellung eines Qualitätstourismus hab ich noch nie gehört.

      Ich bin 60 und war seit meinem 20. Lebensjahr vielleicht 45 mal auf griechischen Inseln und kenne 20 bestens. im Jahr 1975 und Jahre danach hab ich bei einem Fischer in einem einfachen Raum ohne Elektrizität und Wasser gewohnt, wo nachts der Esel und die Skorpione zu Besuch kamen. Dusche halboffen am Hang, wo der Kykladenwind wirbelte. Kosten pro Nacht vielleicht drei Deutsche Mark.

      Es ist nie was Besseres nachgekommen, im Gegenteil. Die Preise haben sich jedes Jahr erhöht, oft weit zweistellig. An dieser gewachsenen Mentalität wird sich generell auch nie etwas ändern, egal, was die Griechen für eine Währung haben. Die EU-Gelder haben schießlich als Fördermittel auf fast allen Inseln die Natur kaputt gemacht, weil an die entlegendsten Strände Straßen gebaut und zementiert wurden. Teure und versnobbte Hotelbauten (mit Tennisplatz und großem Pool, am Meer!) waren die Folge. An solchen Sünden kann man doch mit Geld nichts mehr aufbauen und man kriegt die Ursprünglichkeit um keinen Preis der Welt zurück.

      Natürlich haben sich die Preise mit dem Euro nochmals verdoppelt, ohne Mehrwert für die Besucher. Dennoch kenne ich ich Refugien, wo ich im September ein einfaches Zimmer mit Dusche für 20 Euro kriege. Wenn jetzt der Elfenbeinwirtschaftler kommt und die Standards aufrüsten will, geht das wieder nur über den Preis. Dabei sind manche Leistungen einfach schon galaktisch irrsinnig teuer. Wenn Sie z.B. ein Stück Schokokuchen für 4 Euro in der Vitrine sehen, können Sie doch nur noch prinzipiell ablehnen.

      Schließlich sind wir nicht alle Präsidenten mit reichen Freunden, die 250 Euro die Nacht anlegen können. Da wäre besser, auch mal den Mund zu halten, weil sich Griechen sonst zurecht verhöhnt fühlen.

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