Hamburg (dapd). Die Bundesbank wird als Folge der Euro-Schuldenkrise in diesem Jahr erheblich weniger Gewinn an den Bund überweisen als 2011. "Die Gewinnausschüttung wird deutlich geringer ausfallen als im vergangenen Jahr", sagte Bundesbank-Präsident Jens Weidmann dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" laut einem am Sonntag vorab veröffentlichten Interview.
Wegen der Risiken für die Notenbanken aus der Euro-Krise werde die Bundesbank ihre Rückstellungen aufstocken, erklärte Weidmann. 2010 hatte die Bundesbank 2,2 Milliarden Euro erwirtschaftet und 1,6 Milliarden Euro für Risiken zurückgestellt.
Weidmann bezweifelte, dass die Notenbanken signifikante Summen zur Rettung Griechenlands beitragen könnten. "Was die Regierungen mit Notenbankgewinnen machen, steht ihnen vollkommen frei", sagte er. Ohnehin habe die Diskussion um mögliche Erträge aus dem Engagement der Notenbanken bei den Staatsanleihen "etwas von einer Milchmädchenrechnung". Es sei keineswegs sicher, dass die Notenbanken damit Gewinn erzielen könnten, erklärte Weidmann.
"Die Risiken in den Bilanzen der Notenbanken haben tendenziell zugenommen," sagte der Bundesbank-Chef. "Und das betrifft nicht nur die Griechenland-Anleihen, sondern die ganzen geldpolitischen Sondermaßnahmen im Zuge der Krise."
dapd





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