New York (Frankfurt: A0DKRK - Nachrichten) (www.aktiencheck.de) - Die US-Leitindizes haben ihre Verluste im laufenden Donnerstaghandel ausgebaut. Hintergrund ist die Enttäuschung der Märkte über das Fed-Sitzungsergebnis. Der Offenmarktausschuss FOMC der US-Notenbank hat gestern die Leitzinsen unverändert gelassen. Daneben entschieden sich die Währungshüter auch gegen ein weiteres großes Programm zum Ankauf von Staatsanleihen. Somit wird es vorerst keine geldpolitische Lockerung (QE3) geben, auf die einige Marktteilnehmer gehofft hatten. Der Dow Jones (ISIN US2605661048/ WKN 969420) verliert aktuell 1,08 Prozent auf 12.685 Punkte. Der NASDAQ Composite (ISIN XC0009694271/ WKN 969427) büßt 1,55 Prozent auf 2.885 Zähler ein, während der S&P 500 (SNP: ^GSPC - Nachrichten) (ISIN US78378X1072/ WKN A0AET0) einen Abschlag von 1,31 Prozent auf 1.338 Punkte verzeichnet.
Wie das US-Arbeitsministerium mitteilte, hat sich die Arbeitsmarktsituation in den USA in der Woche zum 16. Juni 2012 verbessert. So verringerte sich die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe gegenüber der Vorwoche um 2.000 auf 387.000, während Volkswirte im Vorfeld eine Zahl von 380.000 prognostiziert hatten. Für die Vorwoche wurde der zunächst ermittelte Wert von 386.000 auf 389.000 nach oben korrigiert. In Kürze werden noch die Verkäufe bestehender Häuser, die Frühindikatoren, der Philadelphia Fed Index sowie der FHFA Hauspreisindex gemeldet, die für weitere Impulse sorgen dürften.
Die US-Frühindikatoren sind im Mai 2012 angewachsen. Wie das private Wirtschaftsforschungsinstitut Conference Board mitteilte, erhöhte sich die wirtschaftliche Aktivität auf Monatssicht um 0,3 Prozent, während Volkswirte ein unverändertes Niveau prognostiziert hatten. Für den Vormonat war ein Rückgang um 0,1 Prozent verbucht worden.
Dagegen hat sich der an den US-Finanzmärkten viel beachtete Geschäftsklimaindex der Fed-Regional-Notenbank von Philadelphia im Juni 2012 unerwartet verschlechtert. Demnach ist der Index von -5,8 Punkten im Vormonat auf nun -16,6 Punkte gefallen. Volkswirte waren im Vorfeld von einem Stand von -0,2 Punkten ausgegangen.
Daneben ist die saisonbereinigte Verkaufszahl bestehender Häuser im Mai 2012 gesunken. Dies gab die National Association of Realtors (NAR, Nationale Vereinigung der Immobilienverkäufer) am Donnerstag bekannt. So verringerte sich die Zahl gegenüber dem Vormonat um 1,5 Prozent auf 4,55 Millionen. Volkswirte hatten mit einer Zahl von 4,56 Millionen gerechnet, nachdem sich die Verkaufszahl im April auf 4,62 Millionen belaufen hatte.
Schließlich hat sich der US-Immobilienmarkt im April 2012 weiter erholt. Wie die Federal Housing Finance Agency bekanntgab, kletterte der FHFA-House-Price-Index auf saisonbereinigter Basis gegenüber dem Vormonat um 0,8 Prozent. Für März war eine Preissteigerung um revidiert 1,6 (vorläufig: 1,8) Prozent ermittelt worden.
Bereits gestern nach Börsenschluss hat Bed Bath & Beyond (NasdaqGS: BBBY - Nachrichten) (ISIN US0758961009/ WKN 884304) seine Ergebnisse für das erste Fiskalquartal 2012/2013 bekannt gegeben. Dabei konnte der Sanitärausrüster zwar einen Gewinnanstieg verbuchen, enttäuschte allerdings die Investoren mit einem schwachen Ausblick. Ebenfalls nachbörslich veröffentlichte der Speicherchip-Hersteller Micron Technology (ISIN US5951121038/ WKN 869020) seine Ergebnisse für das dritte Geschäftsquartal 2011/12. Dabei wurde ein Quartalsverlust ausgewiesen, allerdings konnte der Umsatz dank höherer Preise gesteigert werden. Die Erwartungen wurden ergebnisseitig deutlich verfehlt. Während Bed Bath & Beyond um 15,8 Prozent einbrechen, verlieren Micron 6,2 Prozent.
Heute teilte der Lebensmittelhersteller ConAgra Foods (ISIN US2058871029/ WKN 861259) mit, dass er trotz gestiegener Umsätze einen Verlust im vierten Quartal verbuchen musste, was auf eine Sonderbelastung in Zusammenhang mit der Bilanzierung von Pensionen zurückzuführen ist. Die Erwartungen wurden auf bereinigter Basis jedoch knapp geschlagen. Aktien von ConAgra gewinnen aktuell 4,4 Prozent hinzu. Die Drugstore-Kette Rite Aid (ISIN US7677541044/ WKN 857022) meldete, dass sie im ersten Quartal trotz stagnierender Umsätze einen deutlich geringeren Verlust erwirtschaftet hat, was mit Kostensenkungen zusammenhängt. Die Erwartungen wurden damit erfüllt. Indes wurde die Jahresprognose angepasst. Titel von Rite Aid (NYSE: RAD - Nachrichten) rücken um 8,6 Prozent vor.
Papiere von CarMax (Xetra: 662604 - Nachrichten) (ISIN US1431301027/ WKN 662604) tendieren dagegen 6,7 Prozent leichter. Der Gebrauchtwagenhändler musste im ersten Geschäftsquartal (per 31. Mai) einen Gewinn unter Vorjahresniveau ausweisen, der zudem die Analystenprognosen verfehlte.
Zudem gibt es eine Reihe von Neuigkeiten von der Akquisitionsfront. So befindet sich der Pharmakonzern Merck & Co. (ISIN US58933Y1055/ WKN A0YD8Q) Presseangaben zufolge derzeit in Gesprächen über eine Akquisition der indischen Micro Labs Ltd., die in der pharmazeutischen Wirkstoffproduktion tätig ist. Laut einem Zeitungsbericht handelt es sich bei Micro Labs um ein in Privatbesitz befindliches Unternehmen, das von der Surana-Familie gegründet wurde und von ihr geführt wird. Bis 2015 will Micro Labs einen Jahresumsatz von rund 1 Mrd. US-Dollar erzielen, hieß es. Merck (BSE: MERCKSL.BO - Nachrichten) ziehen um 1,1 Prozent an.
Daneben hat Cabot (ISIN US1270551013/ WKN 856744) seine Marktposition im Spezialchemiegeschäft durch einen milliardenschweren Zukauf verstärkt. Wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht, hat Cabot (Xetra: 856744 - Nachrichten) eine Vereinbarung zur Übernahme der nicht börsennotierten Norit N.V. geschlossen. Bei dem Unternehmen handelt es sich um einen führenden Anbieter von Aktivkohle-Lösungen, die unter anderem in speziellen Anwendungen und Filtersystemen im Bereich Luft- und Wasserreinhaltung eingesetzt werden. Im abgelaufenen Fiskaljahr erwirtschaftete Norit mit seinen Produkten einen Gesamtumsatz von rund 360 Mio. US-Dollar sowie ein bereinigtes EBITDA von 92 Mio. US-Dollar. Insgesamt lässt sich Cabot die Übernahme 1,1 Mrd. US-Dollar kosten. Durch den Zukauf will man vor allem das margenträchtige Umweltsegment weiter ausbauen und das Portfolio mit weniger konjunkturabhängigen Produkten abrunden, so der Konzern weiter. Cabot geben 4,9 Prozent ab.
Indes will die Private-Equity-Gesellschaft Blackstone (ISIN US09253U1088/ WKN A0MSM5) Presseangaben zufolge zusammen mit BC Partners ein Übernahmeangebot für Iglo, einen führenden Hersteller von Tiefkühlkost, unterbreiten. Die Offerte bewerte die Iglo-Assets, ohne Verbindlichkeiten, mit rund 3 Mrd. US-Dollar. Blackstone (NYSE: BX - Nachrichten) und BC Partners sind dabei die letzten verbliebenen Bieter im Rennen um den größten europäischen Tiefkühlkosthersteller, nachdem Interessenten wie Bain Capital LLC und Clayton, Dubilier & Rice Inc. nach der ersten Bieterrunde ausgeschieden sind. Anteilsscheine von Blackstone büßen zurzeit 1,9 Prozent ein.
Schließlich gab der Logistikkonzern UPS (ISIN US9113121068/ WKN 929198) heute bekannt, dass sein im März angekündigtes Übernahmeangebot für die niederländische TNT Express N.V. (ISIN NL0009739424/ WKN A1JJP8) morgen beginnt. Dabei bietet der UPS-Konzern im Rahmen der Offerte 9,50 Euro in bar für jede TNT Express-Aktie. Die Annahmefrist für das Angebot beginnt am 22. Juni 2012 und endet am 31. August 2012. Die PostNL N.V., die zurzeit rund 29,8 Prozent der TNT Express-Anteile hält, hat sich bereits dazu verpflichtet, sämtliche ihrer Aktien anzudienen. UPS notieren 1,0 Prozent schwächer.
Abseits der Quartalszahlen und der M&A-Aktivitäten ist noch eine Personalie beim Software (Frankfurt: SOWN.F - Nachrichten) -Konzern Oracle (ISIN US68389X1054/ WKN 871460) nennenswert. Den Angaben zufolge hat sich Keith Block, Executive Vice President, North America Sales and Consulting, dazu entschieden, das Unternehmen zu verlassen, um andere Interessen zu verfolgen. Die Verantwortlichkeiten von Block wurden mit Wirkung zum 18. Juni 2012 von anderen Mitgliedern des Oracle (EUREX: ORCF.EX - Nachrichten) -Managements übernommen. Wie weiter mitgeteilt wurde, wird Block jedoch noch eine gewisse Zeit im Unternehmen verbleiben, um einen reibungslosen Übergang zu gewährleisten. Oracle verlieren im laufenden Handel 2,0 Prozent. (21.06.2012/ac/n/m)

