New York (Frankfurt: A0DKRK - Nachrichten) (www.aktiencheck.de) - Positiv ausgefallene Arbeitsmarktdaten sorgten zur Wochenmitte zunächst für gute Stimmung an der Wall Street. Die Ergebnisse der Fed-Sitzung, auf der keine neuen Maßnahmen zur Stimulierung der US-Wirtschaft beschlossen wurden, rutschten die US-Leitindizes jedoch ins Minus. Der Dow Jones (ISIN US2605661048/ WKN 969420) verlor letztlich 0,25 Prozent auf 12.976,13 Punkte. Der NASDAQ Composite (ISIN XC0009694271/ WKN 969427) verzeichnete ein Minus von 0,66 Prozent auf 2.920,21 Zähler, während der S&P 500 (SNP: ^GSPC - Nachrichten) (ISIN US78378X1072/ WKN A0AET0) um 0,29 Prozent auf 1.375,32 Punkte nachgab.
Die US-Notenbank Federal Reserve Bank (Fed) hat auf ihrer regulären FOMC-Sitzung wie erwartet den Leitzins unangetastet gelassen. So bleibt der Leitzins unverändert in einer Spanne von bis 0,25 Prozent. Zudem bekräftigte die US-Notenbank ein weiteres Mal ihre Ankündigung, ihre faktische Nullzinspolitik bis Ende 2014 fortzuführen. Weitere Maßnahmen zur Ankurbelung der US-Wirtschaft kündigten die Notenbanker nicht an. Im ersten Halbjahr hat sich die wirtschaftliche Aktivität nach Einschätzung der Fed ein wenig verlangsamt. Daneben sei auch die Lage auf dem Arbeitsmarkt weiterhin angespannt. Für die kommenden Quartale rechnet die Notenbank aber mit einem moderaten wirtschaftlichen Wachstum. Die Zahl der Arbeitslosenhilfe dürfte sich nur langsam verringern. Wie die Fed weiter mitteilte, sieht man derzeit keine Inflationsgefahren. Die langfristigen Inflationsgefahren seien stabil. Dank sinkender Energiepreise habe der Preisdruck seit Jahresbeginn sogar nachgelassen.
Die US-Beschäftigung hat sich nach Angaben des Arbeitsmarkt-Dienstleisters Automatic Data Processing (ADP (Berlin: W7L.BE - Nachrichten) ) im Juli erneut deutlich erhöht, dabei fiel der Zuwachs stärker aus als erwartet. So stieg die Beschäftigtenzahl im Privatsektor gegenüber dem Vormonat um 163.000, während Volkswirte nur ein Plus von 125.000 prognostiziert hatten. Hierbei wuchs die Zahl um 148.000 im Dienstleistungsbereich und um 15.000 im Produzierenden Gewerbe. Für Juni war insgesamt ein revidierter Anstieg um 172.000 (vorläufig: 176.000) ermittelt worden.
Die Mortgage Bankers Association of America (MBA) ermittelte derweil für die Woche zum 27. Juli 2012 einen saisonbereinigten Anstieg bei der Zahl der Hypothekenanträge. So erhöhte sich der entsprechende Index gegenüber der vorangegangenen Woche um 0,2 Prozent. In der Vorwoche war ein Plus von 0,9 Prozent ermittelt worden. Im Einzelnen stieg der Subindex zur Refinanzierung bestehender Kredite gegenüber der Vorwoche um 0,8 Prozent, wogegen der Teilindex der Neuanträge zum Kauf von Häusern um 2,1 Prozent zurückging.
Daneben sind die Bauausgaben in den USA im Juni 2012 mit abgebremstem Tempo angewachsen. Wie das US-Handelsministerium in Washington mitteilte, haben sich die Bauausgaben gegenüber dem Vormonat um 0,4 Prozent erhöht, nach einem Plus von revidiert 1,6 (vorläufig: +0,9) Prozent im Vormonat. Volkswirte hatten für den Berichtsmonat einen Zuwachs von 0,5 Prozent prognostiziert.
Darüber hinaus haben sich die Geschäftsaktivitäten des Verarbeitenden Gewerbes in den USA im Juli 2012 leicht verbessert. Wie das Institut for Supply Management (ISM), eine private Organisation der Industrie, mitteilte, hat sich der ISM-Index von 49,7 Punkten im Vormonat auf nun 49,8 Zähler erhöht. Volkswirte waren von einem Wert von 50,1 Punkten ausgegangen. Am Abend steht ferner noch das Federal Reserve Bank Sitzungsergebnis zur Veröffentlichung an.
Bereits gestern nach Börsenschluss wurden einige hochinteressante Quartalsbilanzen veröffentlicht. Für eine positive Überraschung sorgte dabei Allstate (Hamburg: ALS.HM - Nachrichten) (ISIN US0200021014/ WKN 886429). Der Versicherungskonzern hat im zweiten Quartal wieder einen Gewinn erzielt, was vor allem auf deutlich geringere Katastrophen-Verluste und leicht höhere Prämieneinnahmen zurückzuführen ist. Die Erwartungen wurden damit klar geschlagen. Der Titel legte um 6,2 Prozent zu. Weniger gut lief es für den Softwarekonzern BMC Software (ISIN US0559211000/ WKN 875716). Das Unternehmen verfehlte im abgelaufenen Quartal die Umsatz- und Gewinnerwartungen. Konzernchef Bob Beauchamp hob vor allem das erschwerte Umfeld hervor. Dennoch wurde der Ausblick für das Gesamtjahr bestätigt. Die Papiere fielen um 5,3 Prozent.
Heute ging der Zahlenreigen dann bereits vor Börseneröffnung weiter. Time Warner (NYSE: TWX - Nachrichten) (ISIN US8873173038/ WKN A0RGAY) schlossen nach anfänglichen Verlusten mit einem Plus von 1,2 Prozent. Der Medienkonzern hat im zweiten Quartal einen rückläufigen Umsatz und Gewinn ausgewiesen. Unter anderem hatten sich die Umsatzerlöse in den Bereichen Film- und TV-Entertainment (London: ETO.L - Nachrichten) und Publishing rückläufig entwickelt, was durch Zuwächse im Kabelnetz-Segment nicht vollständig kompensiert werden konnte. Auf bereinigter Basis wurden die Gewinnschätzungen der Analysten trotzdem knapp geschlagen. Comcast (ISIN US20030N1019/ WKN 157484) rückten um 3,1 Prozent vor. Der Kabelnetzbetreiber konnte im zweiten Quartal mit einem besser als erwarteten Ergebnis aufwarten.
MasterCard (ISIN US57636Q1040/ WKN A0F602) verloren dagegen 2,1 Prozent an Wert. Der Kreditkartenanbieter hat im zweiten Quartal dank einer wachsenden Kreditkartennutzung sein Vorjahresergebnis und die Analystenprognosen klar übertroffen. Der Umsatz legte ebenfalls zu. Burger King (NYSE: BKC - Nachrichten) (ISIN US1212201073/ WKN A1JZ79) verbilligten sich um 0,7 Prozent. Der Fastfood-Konzern hat im abgelaufenen Quartal einen Umsatzrückgang ausgewiesen. Der Gewinn wurde aber gesteigert und übertraf auf bereinigter Basis die Schätzungen der Analysten.
Der Öl- und Erdgasproduzent Devon Energy (ISIN US25179M1036/ WKN 925345) hat im zweiten Quartal einen deutlichen Gewinneinbruch verzeichnet und damit die Erwartungen der Analysten verfehlt. Demnach schrumpfte der Nettogewinn von 2,7 Mrd. US-Dollar bzw. 6,48 US-Dollar je Aktie auf nun 477 Mio. US-Dollar bzw. 1,18 US-Dollar je Aktie. Bereinigt um Sondereffekte belief sich der Gewinn auf 224 Mio. US-Dollar bzw. 55 Cents je Aktie. Analysten waren im Vorfeld von einem EPS von 81 Cents ausgegangen. Die Aktie von Devon Energy (NYSE: DVN - Nachrichten) verlor daraufhin 3,6 Prozent.
Gut lief es im abgelaufenen Quartal bei Harley-Davidson (ISIN US4128221086/ WKN 871394). Der Motorradhersteller hat dank der robusten Nachfrage auf dem US-Markt sein Ergebnis verbessert und lag dabei über den Schätzungen der Analysten. Das Papier geriet dennoch unter Druck und schloss letztlich mit einem Abschlag von 3,6 Prozent.
IntercontinentalExchange (ISIN US45865V1008/ WKN A0HHD5) verbilligten sich um 1,3 Prozent. Das Unternehmen hat im abgelaufenen Quartal dank höherer Gebühreneinnahmen einen Gewinnanstieg ausgewiesen. Automatic Data Processing (ADP) (ISIN US0530151036/ WKN 850347) gaben um 1,2 Prozent nach. Der Dienstleister im Bereich Gehaltsabrechnungen und Steuererklärungen konnte im vierten Geschäftsquartal dank steigender Umsätze ein Gewinnwachstum erzielen. Die Analystenschätzungen wurden dabei erreicht.
Avon Products (NYSE: AVP - Nachrichten) (ISIN US0543031027/ WKN 853836) sorgte mit seinen Zahlen zum abgelaufenen Quartal für eine Enttäuschung. Die Titel verloren daraufhin 1,2 Prozent an Wert. Der Kosmetikkonzern musste einen deutlichen Ergebnisrückgang ausweisen. Der Umsatz ging ebenfalls zurück. Die Erwartungen der Analysten wurden nicht erreicht. Energizer Holdings (NYSE: ENR - Nachrichten) (ISIN US29266R1086/ WKN 927004) brachen daneben um 12 Prozent ein. Der Hersteller von Rasierern und Batterien konnte im dritten Geschäftsquartal zwar einen Ergebnisanstieg ausweisen, hat die Erwartungen aber verfehlt. Der Ausblick wurde indes bekräftigt. Allergan (NYSE: AGN - Nachrichten) (ISIN US0184901025/ WKN 877437) rückten um 4,3 Prozent vor, nachdem der Gesundheitskonzern im zweiten Quartal dank weiter verbesserter Produktumsätze seinen Gewinn steigerte. Auf bereinigter Basis übertraf man die Gewinnschätzungen der Analysten. (01.08.2012/ac/n/m)

