New York (BoerseGo.de) - Die Wall Street wird von Nachrichten getrieben. Heute gab es wieder mal eine sehr starke Konjunkturnachricht, die das Vertrauen in den Aufschwung wiederbelebte und daher die Käufer an der Markt zurück lockte.
Gutes Zeichen für die Banken
Die Meldung des Tages kam von der US-Immobilienfront: Im Oktober sprang die Zahl der wiederverkauften bestehenden Eigenheime gegenüber dem Vormonat um 10,1 Prozent auf 6,1 Millionen Häuser, deutlich mehr als erwartet und kletterte damit auf den höchsten Stand seit Februar 2007.
Die "schockierend guten" Eigenheimzahlen sind nicht nur ein gutes Zeichen für den Sektor Eigenheimbauer, sondern auch für die Banken, kommentierte Todd Schoenberger, Managing Director beim Broker LandColt Trading (CNBC). "Die Mythen, dass die Banken kein Geld verleihen, sollten sich verflüchtigen, da es nun offensichtlich ist, dass die Leute Kredite zum Hauskaufen bekommen", so Schoenberger.
Carry-Trade
Der steigende Konjunkturoptimismus, heute früh bereits schon durch starke europäische Einkaufsmanagerindizes angeregt, die eine Beschleunigung des Wirtschaftswachstums in der Eurozone indizieren, schickte den Dollar heute wieder nach Süden. Der Greenback dient als sicherer Hafen und wurde heute wieder - wegen des gesteigerten Risikoappetits - weniger gefragt. Außerdem wird die US-Währung derzeit auch als Carry-Trade Währung genutzt. Wegen der niedrigen Zinsen nehmen viele institutionelle Marktteilnehmer Dollarkredite auf und investieren diese Gelder in riskantere Anlagen, also in Aktien sowie Rohstoffe wie Öl, Kupfer oder Gold.
Der Bankensektor war der Gewinner der Tages mit plus 2,1%. Dort schmelzen die Risiken ab, je stärker sich die Konjunktur aufwärmt.
Die Eigenheimbauer stiegen 1,5%.
Der Russell 2000, der kleinere und riskantere Unternehmen erfasst, kletterte 1,7 %. Ein Zeichen gestärkten Risikoappetits
Der Ölsektor verteuerte 1,6%. Die Chip-Titel gewannen 1,2%.
Der konjunktursensible Transportsektor verteuerten 1%. Die - als defensiv geltenden -Versorger stiegen 1,3%.
Der Dow Jones Industrial Average plus 1,29 Prozent auf 10.450 Punkte, der - für den breiten US-Aktienmarkt repräsentative - S&P 500 plus 1,36 Prozent auf 1.106 Punkte und der technologielastige Nasdaq Composite Index plus 1,4 Prozent auf 2.176 Punkte.
Dow Jones Average: Barron´s entdeckt das Telefon
Tops:
Das Anlegermagazin Barron´s hatte sich am Wochenende lobend zu den Telefonriesen geäußert und die Erwartung signifikant steigender Einnahmen geäußert.
Verizon Communications wurde mit plus 2,98% der Top des Dow.
Platz 2ging an AT&T mit plus 2,92%
General Electric plus 2,8%
Flops:
Alcoa minus 0,5%
S&P 500: Black Friday naht
Tops:
Zions Bancorp sprang 12,5%. Die in der Mormonen-Stadt Salt Lake City ansässige regionale Bankholding tauscht einen Teil ihrer Vorzugsaktien in gewöhnliche Aktien. Der Broker Soleil beförderte die Aktie von Hold auf Buy mit Kursziel $17.50.
Cigna plus 7,6% JP Morgan beförderte die Krankenkasse von Neutral auf Overweight.
Das gleiche geschah mit dem Branchenkollegen WellPoint, der 4,6% gewann.
DR Horton plus 2,8%. Der Eigenheimbauer war vergangenen Freitag nach den Q3-Zahlen eingebrochen. Heute hob die Citigroup das Papier von Sell auf Hold
J.M. Smucker plus 3,1% Der Lebensmittelkonzern (Konfitüre, Erdnussbutter und dergleichen) meldete bereits vergangenen Freitag, dass sich sein Gewinn mehr als verdoppelt hat. Heute applaudierten die Broker. JP Morgan wertete das Papier von Neutral auf Overweight auf und hob das Kursziel $59 auf $65. Der Broker Jefferies & Co bestätigte sein Buy-Rating und verbesserte das Kursziel von $61 auf $67
AK Steel plus 2,4%. Der Broker Longbow hob sein Rating von Neutral auf Buy mit Kursziel $24
Deere plus 2% Der Produzent landwirtschaftlicher Maschinen wurde bei Morgan Stanley von Equal-weight auf Overweight befördert. Die Bank katapultierte das Kursziel vpn $48 auf $64.
Flops:
Die Einzelhandels-Titel standen unter Druck. Kurz vor dem "Black Friday" nahmen wohl einige Spieler Geld vom Tisch. Der kommende Freitag (nach dem Feiertag Thanksgiving) gilt als traditioneller Beginn des Weihnachtsgeschäfts und sehr umsatzstark. Viele Amerikaner nehmen den Brückentag frei und gehen Shopping.
Der Kaufhausbetreiber Macy´s minus 2,2%
Das Luxuskaufhaus Sak`s minus 3,1%
der Fashionhändler Urban Outfitters minus 2,2%
Nasdaq: Umkämpfter Smartphone-Markt
Der Smartphone-Markt ist hart umkämpft. Wen die Wall Street als Gewinner sieht, zeigt wieder einmal die heutige Kursentwicklung.
Apple kletterte 2,6 Prozent auf 205,19 Dollar.
Der Smartphone-Rivale Research in Motion, Hersteller des Smartphones BlackBerry, verteuerte 0,5 Prozent auf 60,00 Dollar.
Palm verlor 2,3 Prozent auf 11,47 Dollar.
Die Chip-Gruppe bewegte sich mit dem Gesamtmarkt
Der Philadelphia Semiconductor Sector Index, der 19 Halbleiter-Titel erfasst, stieg 1,2 Prozent auf 311 Punkte.
Dell plus 3,5% Der Schrecken über die schwachen Q3-Zahlen des PC-Anbieters kling anscheinend ab. Wells Fargo äußerte sich heute tröstend. Die Bank sieht eine Erholung der Unternehmensausgaben für IT.
Microsoft avancierte 1,1 Prozent auf 29,94 Dollar.
Ciena brach um % ein. Der Netzwerkausrüster kauft den bankrotten Ex-Rivalen und legt dafür insgesamt 769 Mio. Dollar. Übernahmen kommen bei Investoren selten gut an, weil sie die damit verbundenen Kosten scheuen, der Kaufpreis als zu hoch empfinden und die versprochenen Synergieeffekte bezweifeln. Daimer/Chrysler lässt grüßen. Der Broker Morgan Keegan degradierte das Papier prompt von Outperform auf Market Perform.
Internet: Zustrom der Schnäppchenjäger
Der wachsende Risikoappetit hob auch die Flaggschiffe des Internets.
Das Online-Kaufhaus Amazon.com kletterte 2,6 Prozent auf 133,00 Dollar. Bank of America/Merrill Lynch-Analyst Justin Post bekräftigte heute sein Buy-Rating und lupfte das Kursziel von $125 auf $140. Der Grund: Post hob seine Gewinnschätzungen an. Für das laufende Jahr erwartet der Analyst jetzt je Aktie einen Gewinn von $2.68 (vorher: $2.63); für 2010 jetzt $3.45 (vorher: $3.30); für 2011 $4.21, (vorher: $4). Die Daten zeigten, dass sich das Wachstum des Onlinehändlers weiter beschleunigt. Amazon.com sollte sich weiterhin besser als der gesamte Einzelhandel entwickeln (outperform), weil die Verbraucher zunehmend zum Internet überwechseln, um Schnäppchen zu finden.
Der Rivale Ebay gewann 2,9 Prozent auf 23,45 Dollar. Standard & Poor’s Aktien-Analyst Scott Kessler beförderte die Aktie von Hold auf Buy, belässt aber sein Kursziel bei $26. Kessler gefällt der Verkauf der ungeliebten Tochter Skype (Internet-Telefonie), dadurch könne sich der Ebay besser auf sein Kerngeschäft Marktplatz für Auktionen konzentrieren. Die Aktie sei attraktiv bewertet.
Die Online-Videothek Netflix stieg 0,7 Prozent auf 60,38 Dollar.
Google avancierte 2,2 Prozent auf 582,35 Dollar. Die Wall Street schien wenig von den Meldungen beeindruckt, dass sich der Widersacher Microsoft anscheinend mit dem Medienkonzern News Corperation (Wall Street Journal, MySpace, Fox TV- und Hollywood Studios und vieles mehr) verbünden will. Dabei geht es möglicherweise darum, Google auszuschließen und die Zeitungstexte und andere Inhalte exklusiv der Microsoft Suchmaschine Bing zur Verfügung zu stellen.
Baidu, Chinas Marktführer bei den Suchmaschinen, kletterte 2,7 Prozent auf 439,00 Dollar.