Wolfsburg (dapd). Volkswagen (Xetra: 766400 - Nachrichten) hat 2011 mehr verdient als je ein deutscher Autokonzern zuvor: Mit 15,79 Milliarden Euro lag der Nettogewinn von Europas größtem Autobauer mehr als doppelt so hoch wie im Vorjahr, als der Konzern aus Wolfsburg 7,2 Milliarden Euro erwirtschaftet hatte. Der Umsatz stieg um ein Viertel auf 159 Milliarden Euro, wie VW am Freitag in einer Börsenpflichtmitteilung erklärte. "Die Wolfsburger zeigen gegenwärtig eine derartige Stärke, dass einem der alte Konkurrentenslogan 'Nichts ist unmöglich' in den Sinn kommt", erklärte Analyst Frank Schwope von der Nord LB.
Der Vorstand erklärte den Gewinnsprung unter anderem mit Bewertungsgewinnen aus der vorerst abgesagten Fusion mit Porsche. Außerdem verbuchte VW offenbar drastisch höhere Gewinne aus seinem China-Geschäft sowie erstmals die Erträge des übernommenen Nutzfahrzeugherstellers MAN.
VW hatte 2011 einen Rekordabsatz von 8,36 Millionen Fahrzeugen erreicht, 14,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Das Unternehmen will bis 2018 zum größten Autohersteller der Welt aufsteigen und dann mehr als 10 Millionen Fahrzeuge ausliefern.
Zu Jahresbeginn 2012 hat VW diese Rekordfahrt fortgesetzt und für den Januar eine Absatzsteigerung von 1,3 Prozent gemeldet. In der Mitteilung vom Freitag gab Volkswagen keinen Ausblick auf 2012. Im Dezember hatte der Vorstandsvorsitzende Martin Winterkorn aber bereits vor einer Abkühlung der Konjunktur gewarnt. Wichtig sei deswegen unter anderem "eine konservative Planung" und Sparsamkeit. Dagegen hält Analyst Schwope 175 Milliarden Euro Umsatz 2012 für möglich.
Die Sparsamkeit bekommen auch die VW-Aktionäre zu spüren: Obwohl der operative Gewinn ohne Buchungseinflüsse um 58 Prozent auf 11,3 Milliarden Euro stieg, klettert die Ausschüttung nur langsam: Der Vorstand will die Dividende nur um etwa ein Drittel auf 3 Euro pro Aktie erhöhen. Damit schüttet VW nur 9 Prozent des Gewinns aus. Andere Autofirmen kommen auf bis zu 40 Prozent.
Der kräftige Umsatzsprung geht auch auf die Übernahme des Lastwagenherstellers MAN im Sommer 2011 zurück: Dessen Umsätze und Gewinne fließen jetzt erstmal bei VW mit ein. Die Übernahme erklärt auch den größten Teil des Personalzuwachses: Bei VW arbeiten jetzt 502.000 Menschen, 103.000 mehr als vor einem Jahr.
Die Börsianer ließen die Rekordzahlen kalt: Die VW-Aktie fiel am Freitag gegen den DAX (Xetra: ^GDAXI - Nachrichten) -Trend um über 1,0 Prozent.
Der Konzern stellt seine vollständige Bilanz am 12. März vor. Am kommenden Montag trifft sich der VW-Aufsichtsrat.
Der Konzern hatte das Ergebnis am Freitag überraschend verbreitet, nachdem zuvor die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" erste Einzelheiten daraus veröffentlicht hatte.
dapd





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