Frankfurt (BoerseGo.de) - Die deutschen Vermögensverwalter bewerten das finanzpolitische Umfeld sowie die Aussichten der Finanzmärkte für das Jahr 2012 kritisch. Die Zweifel betreffen insbesondere die europäische Zentralbank EZB, wie eine aktuelle Umfrage unter den Mitgliedern des Verbandes unabhängiger Vermögensverwalter Deutschland (VuV) ergeben hat. Zudem sieht eine knappe Mehrheit den Tiefpunkt an den Finanzmärkten noch nicht erreicht.
Des Weiteren glauben knapp drei Viertel der Umfrageteilnehmer (70 Prozent), dass die EZB ihre Unabhängigkeit nicht bewahren kann. Damit schenken lediglich 30 Prozent der befragten Vermögensverwalter dem EZB-Präsident Mario Draghi Glauben. In der Folge rechnen rund zwei Drittel der Befragten mit einem Anstieg der Inflation in Deutschland von über 2 Prozent. "Wie die Mehrheit meiner Kollegen bin ich der Meinung, dass das Thema Inflation uns in 2012 beschäftigen wird", kommentiert VuV-Vorstandsvorsitzender Günter T. Schlösser die Antworten.
Trotz aller Unsicherheiten durch die europäische Staatsschuldenkrise sehen die unabhängigen Vermögensverwalter mehrheitlich keine grundlegende Gefahr für den Euro. Auf die Frage, ob es den Euro bis zum Jahresende 2012 noch geben wird, gab es keine einzige verneinende Antwort. Uneinigkeit besteht indes in Bezug auf die Zusammensetzung der Euromitgliedstaaten: Mit rund 59 Prozent glaubt die Mehrheit an die aktuelle Zusammensetzung inklusive Krisenstaaten wie Griechenland, Italien oder Portugal. Rund 41 Prozent rechnen zwar mit einem Fortbestand der Eurozone, jedoch mit weniger Staaten.





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