London (dapd). Negative Konjunktur- und Branchenzahlen haben die Erwartungen an das Wirtschaftswachstum der Eurozone im vierten Quartal weiter gedämpft. Analysten gingen am Dienstag davon aus, dass die Wirtschaftsleistung in den letzten drei Monaten 2011 um 0,4 Prozent schrumpfte. Eine erste Schätzung wird für (den morgigen) Mittwoch erwartet.
Im dritten Quartal vergangenen Jahres war die Wirtschaft der Eurozone noch um 0,1 Prozent gewachsen. Mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung im vierten Quartal stünde die Eurozone mit einem Bein in der Rezession. Volkswirtschaftler sprechen ab zwei aufeinanderfolgenden Quartalen mit negativem Wirtschaftswachstum von einer Rezession.
Hinweise auf eine schrumpfende Wirtschaft kamen am Dienstag aus dem statistischen Amt (Taiwan OTC: 8271.TWO - Nachrichten) der EU. Im vergangenen Dezember sei die Industrieproduktion in der Eurozone um 1,1 Prozent zurückgegangen, teilte Eurostat mit. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sei die Industrieproduktion in der Eurozone um zwei Prozent gefallen.
Auch die größte Volkswirtschaft der Eurozone schwächelt. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) erwartet für Deutschland in diesem Jahr lediglich rund ein halbes Prozent Wachstum. Die deutsche Wirtschaft befinde sich in einer Abschwächung, sagte Generalsekretär Angel Gurría am Dienstag in Berlin bei der Vorstellung des OECD-Deutschlandberichts.
"Diese Zahlen eröffnen eine interessante Perspektive auf die andauernde Staatsschuldenkrise", sagte der Volkswirt Tom Ohlenburg vom Zentrum für Wirtschaftsforschung in London. "Der Eurozone ist es nicht gelungen, sich zu erholen und nun macht sie eher Rückschritte als Fortschritte."
Wegen pessimistischer Prognosen hatte die Ratingagentur Moody's in der Nacht auf Dienstag die Kreditwürdigkeit von sechs Staaten der Eurozone herabgestuft. Als Gründe für den Schritt nannte Moody's die Unsicherheit über die Reformen in der Eurozone, zunehmend schwache Wirtschaftsaussichten in Europa und die Auswirkungen dieser Faktoren auf die Märkte.
In Griechenland drückte das strenge Sparprogramm der Athener Regierung die Wirtschaftsleistung bereits weiter ins Minus. Im vierten Quartal 2011 schrumpfte das griechische Bruttoinlandsprodukt vor der saisonalen Bereinigung um sieben Prozent, wie das nationale Statistikamt am Dienstag bekannt gab. Auch Portugal gab am Dienstag bekannt, dass die Wirtschaft des Landes im vierten Quartal um 1,3 Prozent geschrumpft ist, deutlich mehr als die 0,6 Prozent aus dem Quartal zuvor.
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