Bei Aktien und Anleihen geht es immer um eines: einen möglichst hohen Profit. Das ist bei Währungen anders, hier steht oft die Absicherung von Handelsgeschäften im Vordergrund. "Gewinnmaximierende Marktteilnehmer repräsentieren nur einen kleinen Teil des Gesamtmarkts", lautet die Aussage von Analysten der Deutschen Bank. Nur ein Viertel der Währungsumsätze würde auf Investitionen entfallen. Daher bietet der Devisenmarkt aus Sicht der Experten echte Renditechancen. Und mit den passenden Anlageprodukten können sie an Währungen verdienen.
Mit dem Auf und Ab an den Devisenmärkten lassen sich Erträge erzielen, die unkorreliert sind, also unabhängig von den anderen Anlageformen. Beim ihren Investments setzen die Profis aber nicht einfach auf den Fall oder Anstieg des Dollar, sondern versuchen, mit Strategien in verschiedenen Währungsrelationen eine möglichst stetige Performance zu erzielen.
Seit einigen Jahren wollen spezielle Devisenfonds die Schwankungen ausnutzen. Dabei wird das Kapital am Geldmarkt angelegt; den eigentlichen Ertrag bringen Termingeschäfte am Devisenmarkt.
Eine der bekanntesten Vorgehensweisen ist der Ansatz, der auf sogenannte Carry-Trades setzt. Die Annahme: Das Kapital fließt in die Währungen mit hohen Zinsen, und Investoren verschulden sich im Gegenzug in Währungen mit niedrigen Zinsen. So locken etwa beim australischen Dollar Drei-Monats-Zinsen von mehr als drei Prozent pro Jahr, während beim Schweizer Franken weniger als ein halbes Prozent pro Jahr zu holen ist - und an dieser Differenz lässt sich trefflich verdienen.
Gut lief seit Mitte 2008 auch die Bewertungsstrategie, bei der ein Trend von zwei Währungen auf Basis der Kaufkraft in den beiden Ländern abgeschätzt wird. Ein einfacher Maßstab hierfür ist der Big-Mac-Index, der vergleicht, was der Hamburger in verschiedenen Ländern kostet. Die dritte Gruppe der Währungsstrategien versucht, mit Modellen den Trend oder das Momentum in der Wechselkursbewegung zu bestimmen. Trendfolgestrategien werden auch bei Aktien und Anleihen genutzt.
Sämtliche Strategien lassen sich für Privatanleger einzeln umsetzen: DB X-Trackers brachte dazu drei Indexfonds (Exchange-Traded Funds, ETFs) auf den Markt. Die Produkte bilden spezielle Indizes der Deutschen Bank für Carry, Momentum und Valuation nach. Zusätzlich gibt es mit dem DB X-Trackers Currency Returns einen Fonds, in dem die Modelle mit einem Drittel gewichtet sind. Bei Dachfondsmanagern zählt dieser ETF laut einer Studie von Fondsweb zu den am meisten gewählten Zielfonds, und bei den Awards von Feri ist das Produkt für den Sonderpreis Fondsinnovationen nominiert.
Anders als ETFs entscheiden aktive Fondsmanager, ob sie die Signale von Modellen umsetzen oder nicht. Längerfristig gute Ergebnisse erzielte der OP FX Opportunities. Der Fonds ist bislang der einzige Währungsfonds, der von der Analysefirma S&P ein "A"-Rating erhalten hat. Manager Achim Walde hat es in den vergangenen drei Jahren geschafft, eine Wertentwicklung über dem Geldmarktsatz zu erzielen.
Insgesamt konnten Anleger seit Start durchschnittlich vier Prozent pro Jahr einfahren. Unrealistisch erscheint dagegen das - in den Unterlagen immer noch genannte - Renditeziel von sechs bis neun Prozent; der Wert stammt aus einer Zeit, als am Geldmarkt noch mehr zu verdienen war.
Viel Erfahrung mit Währungen haben auch die Profis von DWS. Portfoliomanager Werner Eppacher setzt mit dem DWS Forex Strategy auf aktives Management: "Wir sind nicht immer zu 100 Prozent im Markt investiert." Die einfache Kombination von passiven Strategien ist aus seiner Sicht kein Ansatz, der sich für eine defensive Absolute-Return-Strategie eignet. Eppacher hat das Ziel, mindestens zwei Prozentpunkte mehr zu verdienen als mit Geldmarkttiteln - was jedoch nicht immer gelang.
Die durchwachsene Performance bei Devisenfonds macht die Experten von Feri Eurorating eher skeptisch. "Es gelingt den wenigsten Managern, ordentliche Ergebnisse zu erwirtschaften", sagt Feri-Analyst Andreas Köchling: "Und was nützt die schönste Unkorreliertheit, wenn hinterher negative Ergebnisse herauskommen?"
Nach seiner Beobachtung sind viele Strategien nur bedingt einsatzfähig. Die Versprechen einer stetigen Rendite über Geldmarktniveau konnten die Devisenfonds in der Breite bislang nicht einlösen.