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    USA klagen Schweizer Bank Wegelin an

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    Im Steuerstreit mit der Schweiz fahren die USA schweres Geschütz auf: Die Staatsanwaltschaft Manhattan erhob am Donnerstagabend Anklage gegen die älteste eidgenössische Privatbank Wegelin. Laut Anklageschrift half das Traditionshaus reichen Amerikanern, mindestens 1,2 Mrd. Dollar vor der Steuer zu verstecken. Involviert in den Fall ist auch die größte Schweizer Bank UBS . Sie wickelte im Auftrag von Wegelin Geschäfte in den USA ab, weil die kleine Privatbank außerhalb der Schweiz keine Filialen betreibt. Die US-Behörden beschlagnahmten am Donnerstag 16 Mio. Dollar von einem Wegelin-Konto bei der UBS (NYSEArca: DJCI - Nachrichten) .

    Mit der Anklage gegen Wegelin erreicht der Steuerstreit eine neue Eskalationsstufe: Es ist das erste Mal, dass die USA wegen Verdachts auf Beihilfe zur Steuerhinterziehung einen Strafprozess gegen eine Schweizer Bank einleiten. Frühere Anklagen beschränkten sich auf einzelne Mitarbeiter Wegelins und anderer Institute. Die UBS war 2009 einem Strafprozess entgangen, indem sie eine Geldbuße von 780 Mio. Dollar zahlte und der US-Steuerbehörde IRS Daten von 250 amerikanischen Kunden übermittelte. Die US-Behörden verklagten die UBS allerdings vor einem Zivilgericht mit dem Ziel, die Identität von 52.000 amerikanischen Kunden zu erfahren. Diese Klage ließ das US-Justizministerium fallen, nachdem die UBS weitere 4400 Datensätze übermittelt und die Schweiz einem Staatsvertrag zugestimmt hatte, der de facto das Ende des eidgenössischen Bankgeheimnisses bedeutete. Wegelin soll ehemaligen UBS-Kunden Zuflucht geboten haben Washington hegt nun aber den Verdacht, dass Schweizer Banken auch danach noch US-Bürgern bei der Steuerhinterziehung geholfen haben. Die Staatsanwaltschaft Manhattan wirft Wegelin vor, ehemaligen UBS-Kunden in den USA Zuflucht gewährt zu haben. Die Privatbank habe geheime Konten für mindestens 70 amerikanische Steuerzahler eröffnet, heißt es in der Anklageschrift. Die Vorwürfe beziehen sich aber auch auf frühere Fälle ab 2001.

    Bereits Anfang Januar hatten die US-Ermittler wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung drei Wegelin-Mitarbeiter in Zürich angeklagt. Diese Anklage wurde nun auf das gesamte Geldhaus erweitert mit der Begründung, das Management der Bank habe das Treiben des Trios unterstützt. Wegelin-Chef Konrad Hummler hatte sich geweigert, die Namen der US-Kunden herauszurücken. Das kostete ihn sein Lebenswerk, denn für mögliche Strafzahlungen an die USA haften Hummler und die übrigen Teilhaber mit ihrem privaten Vermögen. Am Freitag kündigte der Bankchef deshalb an, die komplette Vermögensverwaltung der 270 Jahre alten Wegelin-Bank an die Schweizer Raiffeisen-Gruppe zu verkaufen. Nur das Geschäft mit US-Kunden bleibt im Besitz der persönlich haftenden Partner.

    "Die ungeheuer schwierige und existenzbedrohende Lage, in welche uns die rechtliche Auseinandersetzung mit den US-Behörden gebracht hat, zwingt mich und meinen langjährigen Partner Otto Bruderer zusammen mit allen unbeschränkt haftenden Teilhabern zu diesem außerordentlich schmerzlichen Vorgehen", begründete Hummler den Verkauf. Die US-Behörden ermitteln noch gegen zehn weitere Schweizer Geldhäuser, darunter die nach der UBS zweitgrößte Credit Suisse (NYSEArca: CSMA - Nachrichten) und die Privatbank Julius Bär.

     

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