Der Dax stieg 0,4 % auf 5686 Zähler. Ein Händler sagte: "Der Markt hat kaum Volumen und ist zufallsgetrieben." Auf Wochensicht legte der Leitindex 3,6 % zu.
Der europäische Auswahlindex Stoxx 50 rückte ebenfalls um 0,4 %vor. Der Pariser CAC 40 verlor 0,1 %, in London gewann der FTSE 100 0,4 %.
Europäische Konjunkturdaten nahmen die Investoren zunächst ungerührt hin - dabei ließen steigende Exporte die deutsche Wirtschaft im dritten Quartal so kräftig wachsen lassen wie seit anderthalb Jahren nicht mehr. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte um 0,7 % zum Vorquartal zu. Auch die Eurozone schaffte den Sprung aus der Rezession. Im Vergleich zum Vorquartal sei das BIP in den 16 Ländern des Währungsraums im dritten Quartal um 0,4 % gestiegen.
Beide Daten hatten kaum erkennbare Auswirkungen auf die Aktienmärkte. Die Aufmerksamkeit der Anleger galt vor allen den Daten zum US-Verbrauchervertrauen: Es sank im November von 70,6 auf 66,0 Punkte und fiel damit schwächer aus, als Experten erwartet hatten. Sowohl die Erwartungskomponente als auch die Lageeinschätzung schwächte sich ab.
Für Helaba-Analyst Ulrich Wortberg zeigt der zweite Vertrauensrückgang in Folge, dass nicht mit einer hohen Dynamik des privaten Verbrauchs zu rechnen ist. "Vor allem die schwierige Situation am Arbeitsmarkt lastet auf der Verbraucherstimmung. Erst eine Trendwende bei der Beschäftigung dürfte zu mehr Konsumbereitschaft beitragen", prognostiziert der Experte.
Für die kommende Woche prognostiziert Helaba-Kollege Markus Reinwand erneut starke Börsen: "Freundliche Daten aus dem fundamentalen Umfeld dürften auch in der kommenden Woche für steigende Notierungen an den Aktienmärkten sorgen." Zu den erwarteten Konjunkturindikatoren gehören die US-Einzelhandelsumsätze sowie Daten zur Industrieproduktion und zum Immobilienmarkt.
Nur wenige Unternehmen blieben nach den US-Daten in der Verlustzone: Mit einem Minus von 1,9 % belegten Stammaktien von Volkswagen (Xetra: 766400 - Nachrichten) im Dax (Xetra: Nachrichten) einen hinteren Platz. Am Vortag hatten sie bereits rund 5 % eingebüßt. Im Monatsverlauf sackte das Papier um mehr als 10 % ab. Schon am Vortag hatten Spekulationen auf einen Abstieg der Stämme aus dem Leitindex die Titel erstmals seit März 2007 wieder unter 100 Euro gedrückt. Den Platz der Stämme könnten Experten zufolge bald Volkswagen Vorzugsaktien einnehmen.
Gerüchte setzen CoBa zu
Auf den Verkaufslisten blieben auch die Anteile der Commerzbank , die sich um 2,6 % verbilligten. Spekulationen belasteten Händlern zufolge: "Es gibt das Gerücht, dass Commerzbank (Xetra: 803200 - Nachrichten) -Aktien am Markt platziert werden", sagte ein Händler. Es hieß, bei den Aktien könne es sich um Anteile aus dem Besitz des Bundes handeln. Weder die Commerzbank noch das Bundesfinanzministerium wollten eine Stellungnahme abgeben.
ThyssenKrupp -Aktien legten dagegen 1 % zu, obwohl der Stahlkonzern am Freitag schwache Zahlen veröffentlichte. Nach einem Milliardenverlust im zurückliegenden Geschäftsjahr peilt der größte deutsche Stahlkonzern ThyssenKrupp eine Rückkehr in die Gewinnzone an. Im laufenden Geschäftsjahr 2009/10 erwartet das Unternehmen einen bereinigten Vorsteuergewinn in niedriger dreistelliger Millionen-Euro-Höhe, sagte Vorstandchef Ekkehard Schulz .
In einem Interview mit der FTD äußerte sich der Daimler (Xetra: 710000 - Nachrichten) -Finanzvorstand Bodo Uebber vorsichtig über die Geschäftsaussichten im kommenden Jahr - er schloss einen Rückfall in die roten Zahlen nicht aus: "Für 2010 müssen wir weiter daran arbeiten, ein positives Unternehmensergebnis zu erreichen", sagte er. Zunächst gab das Papier zwar nach, es schloss jedoch mit einem Plus von 0,7 %. Die Dax-Spitze sicherte sich Fresenius Medical Care (Xetra: 578580 - Nachrichten) mit einem Aufschlag von 2,1 %.