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    US-Aktien: Aussieben trotz Marktoptimismus

    Kronberg im Taunus (BoerseGo.de) - Die Handlungsfähigkeit der US-Regierung ist durch den Kompromiss zur Verschiebung der gesetzlichen Schuldenobergrenze vorerst wieder gesichert. Zudemgab die US-Notenbank Fed bekannt, dass sie ihr Anleihekaufprogramm fortsetzen und die Zinsen bis auf weiteres unverändert niedrig halten wird. „Investoren konzentrieren sich momentan eher auf Indikatoren, die eine positive Geschäftserwartung der Unternehmen zeigen. Nach der Verunsicherung im letzten Quartal über die Fiskalklippe reagiert die Wirtschaft jetzt erleichtert auf die geschaffene Klarheit bezüglich der Steuerpolitik und auf die wieder anziehende Binnennachfrage. Was viele Anleger dabei aber ignorieren, sind die mittelfristigen Auswirkungen der Steuererhöhungen für Verbraucher und der - selbst mit Fristverlängerung - noch in Kürze unausweichlich anstehenden Ausgabenkürzungen der Regierung“, schreibt Adrian Brass, Manager des Fidelity America Fund, in seinem aktuellen Marktkommentar.

    Einige Kernursachen des BIP-Rückgangs im vierten Quartal 2012 - reduzierte Rüstungsausgaben und Lagerbestandsbereinigungen - seien von temporärer Natur und könnten sich theoretisch auch schnell wieder umkehren. Die wachsenden Staatsschulden würden das Wirtschaftswachstum aber auf langjährige Sicht behindern. „Daher halte ich die Gewinnerwartungen der amerikanischen Unternehmen für 2013 insgesamt für zu optimistisch. Trotzdem erwarte ich, dass amerikanische Aktien in den nächsten Monaten von den anhaltenden Liquiditätsspritzen und der Niedrigzinspolitik der Fed profitieren werden, auch weil als Reaktion darauf Gelder verstärkt aus Anleihen in Aktien fließen dürften“, so der Fondsmanager.

    Aufgrund der gesamtwirtschaftlichen Risiken am Horizont konzentriert sich Brass jetzt auf Unternehmen, deren Wachstum zu einem erheblichen Teil von der Entwicklung der amerikanischen Wirtschaft unabhängig ist. Dabei böten von Unsicherheit geprägte Börsenphasen große Chancen, Aktien zu finden, deren Kurse ungerechtfertigterweise in Mitleidenschaft gezogen würden und die daher günstig zu haben seien. Das treffe aktuell stark auf den Gesundheitssektor zu, der mit einem beträchtlichen Abschlag auf sein durchschnittliches Kurs-Gewinn-Verhältnis gehandelt werde. Auch die amerikanischen Technologieunternehmen bedienten einen globalen Markt. Zudem hänge ihr Wachstum nicht nur an der Nachfrage, sondern werde auch ständig von Innovationen getrieben. „Der Konsum im Medienbereich gewinnt generell an Bedeutung und ist sehr viel unabhängiger von Makro-Faktoren als das produzierende Gewerbe, deren Unternehmen ich meide. Während sich die amerikanische Bevölkerung als Folge der steigenden Lohnsteuer beim Konsum insgesamt künftig stärker einschränken dürfte, könnte die Nutzung bezahlter digitaler Unterhaltungsangebote sogar noch zunehmen - wenn die Menschen eher zuhause bleiben als auszugehen", so Brass.

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