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    Unternehmensanleihen bleiben auch 2013 erste Wahl

    Frankfurt (BoerseGo.de) - 2012 war nicht nur für Aktionäre attraktiv, sondern auch für Anleiheninvestoren. Mit amerikanischen Treasury Bills hat man in den letzten zwölf Monaten fast vier Prozent verdient und die Erträge europäischer Anleihen waren zweistellig – weil die Risikoprämien von Peripherieländerstaatsanleihen und Unternehmensanleihen zurückgegangen sind, wie Nicolas Forest und Koen van de Maele von Dexia Asset Management in ihrem aktuellen Marktkommentar schreiben.

    Der Rückgang der Anleiherenditen sei keine Überraschung gewesen. Seit dem Platzen der Kreditblase in den Industrieländern hätten die Notenbanken keine andere Wahl gehabt, als die Leitzinsen fast auf null zu senken und in großem Umfang Staatsanleihen zu kaufen. Hauptziel der Notenbanken seien niedrigere Langfristrenditen gewesen, obwohl die Staatsverschuldung drastisch zugenommen habe. Auch wenn jetzt wieder mit einem höheren Weltwirtschaftswachstum gerechnet werde: Fest stehe, dass die Konjunktur noch immer auf niedrige Zinsen angewiesen sei. Dennoch sei nicht völlig auszuschließen, dass die Leitzinsen 2013 leicht angehoben würden, so Forest und van de Maele.

    „In den USA fragt man sich nach dem Ende der Operation Twist, ob die Fed erneut Staatsanleihen kaufen wird. Zurzeit hält sie fast 30 Prozent der amerikanischen Bundesschuld, und von einigen längerfristigen Titeln befinden sich sogar 40 Prozent in den Büchern der Notenbank. Die Staatsanleihenkäufe stoßen also allmählich an ihre Grenzen, und auch wenn die Fed den Leitzins aller Voraussicht nach 2013 bei 0,25 Prozent belässt, wird die Frage der Ausstiegsstrategie bei einem Rückgang der Arbeitslosenquote immer drängender. Vor diesem Hintergrund rechnen wir mit einem allmählichen Anstieg der amerikanischen Langfristrenditen auf über 2 Prozent. Am stärksten werden die Zinsen langlaufender Anleihen steigen, während kürzerlaufende Papiere noch immer von den Maßnahmen der Fed profitieren“, heißt es in dem Marktkommentar weiter.

    In Europa sei das Bild aufgrund der Bewertungsdifferenzen zwischen den einzelnen Ländern der Währungsunion weniger klar. Als ein Auseinanderbrechen des Euroraums gedroht habe, sei mit koordinierten geld- und fiskalpolitischen Maßnahmen eine weitere Eskalation der Krise verhindert worden, so dass die Risikoprämien der Peripherieländer auf den niedrigsten Stand seit zwei Jahren zurückgegangen seien. „2012 ist im Euroraum die Wende gelungen, insbesondere aufgrund der Maßnahmen der EZB, die einmal mehr ihre Doktrin einer restriktiven Geldpolitik aufgab und sich zu expansiven Maßnahmen entschloss. Im Spätsommer wurde mit den Outright Monetary Transactions (OMT, also dem Kauf kurzlaufender Anleihe ggf. auch in unbegrenztem Umfang) eine neue Initiative vorgestellt. Auch wenn die neuen Maßnahmen bislang noch nicht zum Einsatz kamen, reichte allein das Wissen, dass sie der EZB bei Bedarf zur Verfügung stehen aus, um alle Spekulanten zu entmutigen“, so Forest und van de Maele.

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