Großkrotzenburg (ddp-hes) Die Pläne des Energiekonzerns E.ON für die Erweiterung des Kohlekraftwerks Staudinger in Großkrotzenburg (Main-Kinzig-Kreis) sind nach Ansicht von Umweltschützern hinsichtlich der Quecksilberemissionen nicht mit EU-Recht vereinbar. «E.ON führt nicht nur die Öffentlichkeit hinters Licht, sondern lügt sich auch selbst in die Tasche, wenn das Unternehmen weiter die erheblichen Zusatzbelastungen des Mains mit Quecksilber leugnet oder kleinrechnet», sagte am Donnerstag der Geschäftsführer des BUND Hessen, Michael Rothkegel, am Rande des Erörterungstermins im Genehmigungsverfahren für die Erweiterung des Kraftwerks.
EON (Xetra: ENAG99 - Nachrichten) sei bei der Ermittlung der Vorbelastung des Mains von veralteten Werten ausgegangen. Der Geschäftsführer des Bundes Naturschutz in Bayern, Peter Rottner, sagte, die von der EU vorgegebenen Quecksilber-Grenzwerte für Fische und andere Lebewesen würden in dem Fluss bereits jetzt überschritten. «Quecksilbereinträge müssen deshalb reduziert werden. Jeder Neueintrag ist unzulässig», betonte Rottner.
Nach Angaben der Umweltschützer folgt die Zulassungsbehörde im Regierungspräsidium Darmstadt der Argumentation von EON, dass durch den Neubau des Blocks 6 und der gleichzeitigen Stilllegung der Blöcke 1 bis 3 des Kohlekraftwerks die Quecksilbereinleitungen insgesamt nicht erhöht würden. Der Anwalt der Deutschen Umwelthilfe (DUH) im Genehmigungsverfahren, Peter Kremer, hält dies für rechtlich unzulässig. Die Richtlinie der EU verlange die Beendigung sämtlicher Einleitungen und verbiete neue Genehmigungen dafür.
Der Bundesgeschäftsführer der DUH, Rainer Baake, erklärte: «Die Quecksilber-Belastung des Mains wird für Staudinger voraussichtlich das Licht-aus-Kriterium»
(ddp)