Twitter erwägt einen Börsengang. Um die Finanzen des amerikanischen Online-Dienstes zu verbessern, sei ein solcher Schritt nicht ausgeschlossen, sagte Mitbegründer Biz Stone. Im kommenden Jahr gehe es aber in erster Linie um den Umsatz, sagte Stone bei einer Veranstaltung am Montagabend in der Universität Oxford.
Er wisse zwar nicht, wann Twitter schwarze Zahlen schreiben werde, aber der Konzern habe eine Menge Zeit. Zu den möglichen IPO-Plänen sagte Stone: "Der Punkt ist, dass wir unsere eigene Firma aufbauen wollen, die es lange Zeit geben wird. Wenn das nur durch einen Börsengang geht, dann machen wir das. Gibt es aber eine andere Möglichkeit, ist das auch großartig."
Über den Internet-Dienst, dessen Name auf deutsch "zwitschern" bedeutet, können Nachrichten mit einer Länge von bis zu 140 Zeichen verschickt werden. Obwohl Twitter noch keinen Cent Umsatz erwirtschaftet hat, gilt das Unternehmen als erfolgreiches Startup.
Der Dienst zählt weltweit mehr als 54 Millionen Nutzer. Im September nahm das Unternehmen in einer weiteren Finanzierungsrunde insgesamt 100 Mio. $ von Risikokapitalgebern ein. Twitters Unternehmenswert wurde demnach auf 1 Mrd. $ beziffert. Medienberichten zufolge hat der Dienst aktuell allerdings mit Nutzerrückgängen zu kämpfen.
Sowohl dem Suchmaschinenbetreiber Google als auch dem Softwarekonzern Microsoft wurde in der Vergangenheit nachgesagt, sie wollten den Microblogging-Dienst kaufen. Keines der Unternehmen bestätigte des jedoch jemals offiziell.
Beide US-Konzerne sind vor allem an der Echtzeitsuche von Twitter interessiert. Alle Beiträge der Nutzer laufen sofort auf der Website ein und können dort gefunden werden.
Medienberichten zufolge diskutieren die beiden Interessenten mehrere Modelle, wie sie sich an Twitter beteiligen könnten und dafür zahlen. Zum einen könnte dem Startup eine Einmalzahlung in Millionenhöhe zufließen. Zum anderen gäbe es verschiedene Möglichkeiten, Twitter an den Einnahmen aus den Suchanzeigen zu beteiligen.