Die vergangene Woche festgenommenen Rechtsextremen aus Thüringen haben sich womöglich die Zwickauer Zelle zum Vorbild genommen. Laut "Spiegel" tauschten zwei der insgesamt drei Beschuldigten entsprechende SMS-Nachrichten aus. Eine SMS endete demnach wohl in Anspielung auf die mutmaßliche Rechtsterroristin Beate Zschäpe mit "Heil Beate", eine andere Nachricht lautete "Beate wird stolz auf uns sein".
Die Polizei hatte vergangene Woche zwei Thüringer Rechtsextremisten wegen Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat festgenommen. Einzelheiten zu den Vorwürfen nannten die Behörden nicht. Laut "Spiegel" richten sich die Ermittlungen zudem gegen einen dritten Mann, der auf freiem Fuß blieb.
Die inhaftierte Zschäpe soll gemeinsam mit den Neonazis Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos im Untergrund die Terrorgruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) gegründet haben. Böhnhardt und Mundlos töteten sich im vergangenen November nach einem gescheiterten Banküberfall in Eisenach. Die jahrelang unentdeckt gebliebene NSU soll für zehn Morde, zwei Sprengstoffanschläge in Köln und eine Serie von Überfällen auf Geldinstitute verantwortlich sein.
Derweil sprach sich laut einem "Focus"-Bericht die Bundesanwaltschaft gegen eine Verlegung von Zschäpe von der Justizvollzugsanstalt Köln in den Raum Thüringen aus. Die 37-Jährige hatte demnach vor einigen Wochen beantragt, ihre Untersuchungshaft in einem "heimatnahen" Gefängnis absitzen zu dürfen. Als Grund habe Zschäpe die innige Beziehung zu ihrer im thüringischen Jena lebenden Großmutter genannt. Die Entscheidung über eine Verlegung trifft laut "Focus" in Kürze ein Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof.



