Dresden (ddp-lsc) Zwei Wochen nach der Beschmierung der Dresdner Synagoge mit antisemitischen Parolen ist ein 39-jähriger Tatverdächtiger ermittelt worden. Mit Hilfe von Videoauswertungen und Zeugenaussagen hatten die Ermittler den Weg des Mannes nach der Tat rekonstruiert, wie das Landeskriminalamt Sachsen am Montag in Dresden mitteilte. Der Algerier war den Angaben zufolge bislang nicht mit politisch-motivierten Straftaten aufgefallen. Zu den Vorwürfen habe er sich noch nicht geäußert, sagte eine LKA-Sprecherin.
Dem Mann wird vorgeworfen, am 7 November die Außenmauer des Gemeindezentrums der Jüdischen Gemeinde zu Dresden auf einer Länge von neun Metern mit antisemitischen und verfassungsfeindlichen Parolen und Schriftzügen beschmiert zu haben. Gegen ihn wird wegen Volksverhetzung in Tateinheit mit dem Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen ermittelt. Überwachungskameras hatten den mutmaßlichen Täter gefilmt.
Nach Angaben der LKA-Sprecherin wurde auch die Wohnung des Algeriers in Dresden nach Beweismaterial durchsucht Die Auswertung des sichergestellten Materials laufe derzeit noch. Innenminister Markus Ulbig (CDU) dankte den Ermittlern und den Zeugen, die sich bei der Polizei gemeldet hätten. Der Minister betonte: «Menschenverachtende Losungen und antiisraelische Parolen haben im Freistaat Sachsen nichts zu suchen.»
(ddp)