Ihr Chef wird Vater? Dann hoffen Sie, dass es ein Mädchen wird. Denn laut einer aktuellen Studie könnte auf die Geburt des Töchterchens zumindest für weibliche Angestellte ein Gehaltsplus von bis zu drei Prozent folgen.
Sichtlich gerührt gab Daniel Westling, Prinz von Schweden, am Donnerstag der Öffentlichkeit die Geburt seiner kleinen Tochter bekannt. Diese väterliche Ergriffenheit - besonders nach der Geburt der ersten Tochter – löst laut einer aktuellen Studie dänischer und amerikanischer Forscher bei vielen Männern eine gewisse Großzügigkeit aus – zumindest, was das Gehalt der ihnen unterstellten Mitarbeiterinnen angeht.
Ihre These: Wird ein männlicher Chef Vater einer Tochter, so können sich Mitarbeiterinnen häufig auf eine Gehaltserhöhung freuen. Laut den Wissenschaftlern ist dabei je nach Position ein Gehaltsplus von bis zu drei Prozent drin.
Laut David Ross von der Columbia Business School und seine Kollegen Michael Dahl und Cristian Dezsö ist das wenig verwunderlich. Sie erklären das Phänomen mit einer Art Läuterungsprozess, den Väter nach der Geburt durchmachen: Wenn ein Top-Manager Vater einer Tochter werde, sehe er die die Frauen mit anderen Augen. Er werde sich der frauenspezifischen Probleme eher bewusst und zeige mehr Einfühlungsvermögen gegenüber seinen Mitarbeiterinnen, weil auch seine eigene Tochter später einmal Angestellte in einem Unternehmen sein könnte, so die Vermutung von David Ross.
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Die Chefs erkennen also quasi die Zukunft ihrer eigenen Tochter in der Rolle ihrer führenden Mitarbeiterinnen wieder. Dabei bemerkten die Wissenschaftler: Je wichtiger die Position einer Mitarbeiterin, desto mehr profitiert sie von der Vaterschaft ihres Bosses, also umso höher fällt ihr Gehaltsplus aus. Das liege daran, dass sich Männer in Führungspositionen eher mit Frauen in gehobenen Positionen identifizieren und demzufolge auch ihre eigenen Töchter eher in führenden Positionen sehen.
Keine Gehaltsauswirkungen wenn Chefinnen Kinder kriegen
Am spendabelsten zeigt sich laut den Forschern ein Boss, wenn die neugeborene Tochter gleichzeitig das erste Kind ist. Darauf folge für Mitarbeiterinnen in gehobenen Positionen ein Gehaltsplus von durchschnittlich 3,2 Prozent. Hatte der Chef zuvor bereits eine Tochter, so steigt das Gehalt nach der Geburt eines Schwesterchens im Schnitt nur noch um gut ein Prozent.
Folgte die neugeborene Tochter auf einen Sohn, so gab es durchschnittlich immerhin 1,4 Prozent mehr Geld für die weiblichen Mitarbeiterinnen. Wird eine Chefin Mutter, erkannten die Wissenschaftler hingegen keinen Zusammenhang zwischen Geburt und Gehalt der Mitarbeiter.
Aber nicht nur Frauen erhalten laut der Untersuchung mehr Gehalt, auch die männlichen Kollegen können sich im Schnitt über ein Gehaltsplus von 0,8 Prozent freuen, wenn ihr Chef eine Tochter kriegt. Unterm Strich verdienen Männer jedoch auch in den von Ross, Dezsö und Dahl untersuchten Firmen deutlich mehr als ihre Kolleginnen: Die Gehaltlücke zwischen den Geschlechtern klafft in den untersuchten Unternehmen enorm und beträgt stolze 21,5 Prozent.
Für ihre Studie haben die Forscher die Daten von fast 16.000 Chefs und mehr als 734.000 Mitarbeitern aus Dänemark unter die Lupe genommen, und zwar bevor und nachdem ihrChef Papa geworden ist. Eine Frage ließen die Forscher bislang allerdings offen: Was passiert, wenn ein Chef einen Sohn bekommt, blieb bei dieser Studie außen vor.






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