Ein hoher Intelligenzquotient kann nicht schaden, ist aber nicht der wichtigste Faktor für professionellen Erfolg. Das wollen Wissenschaftler des amerikanischen Carnegie Institute of Technology herausgefunden haben. Den weitaus größeren Ausschlag für den beruflichen Aufstieg gäben demnach emotionale Intelligenz, moralische Intelligenz und Körperintelligenz. Die Logik dahinter ist eigentlich simpel – mit einer sympathischen Person macht man gern Geschäfte.
Man kennt das schon von der Arbeit – die größten Intelligenzbestien sind nicht immer auch die beliebtesten Kollegen. Im Gegenteil haben manche den Ruf, Eigenbrötler und schwierig im Umgang zu sein. Wenn sie sich ihrer intellektuellen Überlegenheit bewusst sind, gelten sie gelegentlich sogar als arrogant. Wie das Wirtschaftsmagazin Forbes berichet, setzt hier auch die aktuelle Forschung des "Carnegie Institute of Technology" in Pittsburgh an.
Laut den Wissenschaftlern wird der klassische Intelligenzquotient, der primär das technische und logische Verständnis einer Person misst, überbewertet. Zumindest wenn es um den beruflichen und geschäftlichen Erfolg geht.
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Etwa 85 Prozent der Karriere macht den Forschern zufolge hingegen die Fähigkeit einer Person aus, zu kommunizieren, zu verhandeln und zu führen. Der Rest – gerade einmal klägliche 15 Prozent – gehen auf das technische Verständnis eines Menschen zurück. Der israelisch-amerikanische Nobelpreisträger Daniel Kahnemann geht sogar soweit, zu sagen, dass Menschen eher mit einer Person Geschäfte machen, die sie mögen, als mit einer, die sie ablehnen – auch wenn Erstere eindeutig qualitativ schlechtere Produkte anbietet.
Klar: In vielen Berufen gehört ein hoher IQ quasi zur Grundausstattung. Gerade in technischen Berufen ermöglicht er erst den intellektuellen Zugang zu dem jeweiligen Feld. Doch in beruflichen Verhandlungen, im täglichen Arbeitsleben und in Geschäftsbeziehungen wird der Einfluss der "Soft Skills" häufig unterschätzt. Diese sind auch objektiv schwer zu messen und unterliegen zudem oft persönlichen Präferenzen. Sie im Auge zu behalten und eventuell sogar in sie zu investieren, kann allerdings für Sie lohnenswert sein.
Emotionale Intelligenz
Emotionale Intelligenz, auch soziale Intelligenz genannt, beschreibt die Fähigkeit eines Menschen, sich seiner eigenen Gefühle bewusst zu sein und sich in andere Personen hineinzudenken. Dazu gehört die Fähigkeit, sich in beruflichen Alltagssituationen angemessen zu verhalten, zu wissen, wann ein Scherz angebracht ist, wann Offenheit gefragt ist und wann Diplomatie. Ein Ingenieur etwa kann fachlich noch so gut sein, wenn sein Vorgesetzter ihn als seltsam und verstockt empfindet, wird er ihn nicht befördern. Stress etwa kann negative Auswirkungen auf den Einsatz der emotionalen Intelligenz haben – vermeiden Sie Ihn und versuchen Sie, sich auf die Argumente Ihrer Kollegen einzulassen.
Moralische Intelligenz
An die emotionale Intelligenz knüpft die moralische Intelligenz an. Sie hat mit der Integrität, dem Verantwortungsbewusstsein, dem Mitleid und der Fairness eines Menschen zu tun. Für seine eigenen Fehler einzustehen, Verantwortung zu übernehmen, Ungerechtigkeiten im Berufsalltag zu erkennen und zu vermeiden, dies alles sind Komponenten der moralischen Intelligenz. Unerlässlich dabei sind auch ein gewisses Maß an Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit. Achten Sie im Umgang mit Kollegen darauf, Wort zu halten, ihre Schwächen zu akzeptieren und Probleme nicht abzuwälzen – das macht den Unterschied aus zwischen „geachtet“ und „beliebt“.
Körperintelligenz
Ein Faktor der insbesondere bei Bürotätigkeiten stark unterschätzt wird – geht es Ihnen körperlich gut, treiben Sie Sport, ernähren Sie sich gesund, machen Sie ausreichend Pausen, schlafen Sie genug? Ihr Körper sendet ständig Botschaften auch an Ihre Kollegen. Das körperliche Wohlbefinden beeinflusst Ihre Gefühle, Ihr Selbstbewusstsein, Ihren Stresslevel, Ihre Energie. Wenn Sie sich wohl fühlen, werden Sie Ihren Beruf mit Freude und Einsatzbereitschaft angehen, und andere werden den Umgang mit Ihnen suchen.
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