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    SPD wirft Regierung Schlamperei bei der Energiewende vor

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    Berlin (dapd). Die Sozialdemokraten werfen der Bundesregierung Versagen in der Energiepolitik vor. Die Energiewende "fährt gerade mit Hochgeschwindigkeit vor die Wand", sagte der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel am Wochenende. Bundesumweltminister Norbert Röttgen konterte mit Hinweis auf die Sicherheit der Stromversorgung trotz der arktischen Temperaturen in Deutschland. Die Versorgung werde auch unter härtesten Bedingungen nicht durch die Energiewende gefährdet, sagte der CDU-Politiker.

    Röttgen sagte dem "Tagesspiegel am Sonntag", "gerade in diesen extrem kalten Tagen zeigt sich, dass die erneuerbaren Energien Versorgungssicherheit und Stabilität schaffen". Der Ausbau von Wind und Solar (Berlin: ZVR.BE - Nachrichten) zahle sich aus. Die Einschätzung der Netzbetreiber, wonach es trotz der Kälte und der Stilllegung von acht älteren Atomreaktoren genug Strom gebe, zeige, "dass Horrorszenarien, nach denen die Stromversorgung zusammenbricht und die Preise explodieren, unseriös sind", sagte Röttgen.

    Gabriel sagte dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Samstagausgabe), Deutschland habe keine Planung für Stromspeicher, der Netzausbau gehe nicht voran. Auch für Energieeffizienz werde nichts getan. "Nichts von dem, was Deutschland braucht, um den Atomausstieg hinzubekommen, wird umgesetzt", sagte er. Derzeit erlebe man "schlechtes politisches Handwerk".

    Die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) wirft der Bundesregierung vor, durch interne Streitereien die Energiewende und damit Arbeitsplätze zu gefährden. "Der Zeitplan zur Energiewende droht zu scheitern. Röttgen und Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) "streiten sich seit Monaten und verplempern wertvolle Zeit", sagte Kraft der "Bild am Sonntag". Einer müsse sich "endlich den Hut bei diesem Thema aufsetzen und Entscheidungen treffen, wer wann was tut, damit der Atomausstieg auch wirklich gelingt". Wegen der Untätigkeit der Bundesregierung würden die Unternehmen keine für die Energiewende erforderlichen Investitionen tätigen.

    Auch der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Hans-Peter Keitel, bemängelte die politische Organisation der Energiewende. So zahle die deutsche Industrie trotz staatlicher Ausnahmeregeln "mit die höchsten Strompreise in Europa", sagte er dem Nachrichtenmagazin "Focus". Diese enormen Kostenunterschiede führten dazu, "dass in Deutschland Arbeitsplätze verschwinden". Eine Energiewende könne nicht politisch bewirkt werden. "Die Umsetzung muss in der Wirtschaft passieren, bei den Unternehmen, die investieren", sagte Keitel.

    dapd

     

    4 Kommentare

    • Karsten  •  vor 3 Monaten
      "Alles Schlampen außer xyz" oder was ....
    • B S  •  vor 3 Monaten
      Die Kritik ist vollkommen berechtigt. Es wurden unglaubliche Summen in der Photovoltaik verjubelt und die wirklich sinnvollen Massnahmen ausgelassen.

      Es gibt jedoch drei kleine Haken,

      erstens haben sich die Vorgaengerregierungen ebenfalls nicht durch kluge Politik hervorgetan,

      zum zweiten sind Umweltministerium und Bundesaemter durch politische Einflussnahme der letzten 13 Jahre so weit von Aktivisten unterwandert, dass rationale Politik nicht mehr moeglich ist,

      zum dritten gibt es keine Technologie, die Stromspeicherung zu nachhaltig tragbaren Kosten ermoeglicht.
      • Karsten vor 3 Monaten
        Nicht nur durch Aktivisten, sondern auch Lobbyisten und Industrie. Zum die Weíndturbinenhersteller haben einigen Einfluß in den Parteien durch Spenden und Arbeitsplätze.

        Aber das hat die Atomlobby und die Landwirtschaft auch. Von den Apothekern ganz zu schweigen...
    • Detlev  •  vor 3 Monaten
      Der Gagriel sollte mal in Holland anrufen, der Leeee rer
      Der Ausbau der Offshore-Windenergie stockt. Während im Jahr 2010 neue Windräder mit einer Gesamtleistung von 883 Megawatt in Europas Meere gesetzt wurden, waren es 2011 nur noch 866 - dabei müsste der Bau eigentlich boomen. Etliche Konzerne hoffen auf das Geschäft. Hochtief (EUREX: HOTF.EX - Nachrichten) will etwa zusammen mit dem Finanzinvestor Ventizz Capital den Windpark Nautilus II bauen. Wenn nicht bald eine Lösung für den Netzanschluss gefunden wird, sei der Markt tot, warnte Bünting. Für die Stromkabel ist der Netzbetreiber Tennet zuständig. Ihm fehlt aber Geld, außerdem kommen Kabel- und Netztechnikhersteller mit der Lieferung nicht hinterher. "Uns fehlt Planungssicherheit", sagte Bünting. "Für uns ist es nicht möglich, so überhaupt Investitionsentscheidungen zu treffen." Da Offshore-Projekte eine lange Vorlaufzeit haben, sei deshalb das Ziel für 2020 "nicht mehr realistisch".

      Der Konzern hat mit seinem ersten deutschen Offshore-Projekt leidige Erfahrungen gemacht: Der Netzanschluss des Windparks Nordsee Ost verzögert sich um ein Jahr. Daraus entsteht RWE ein Einnahmeausfall von 300 Mio. Euro . Hinzu kommen Kosten, weil RWE beauftragte Zulieferer vertrösten muss. Bünting prüft daher eine Schadensersatzklage gegen Tennet. Der niederländische Konzern, der 2010 das Hochspannungsnetz von Eon (Taiwan OTC: 3411.TWO - Nachrichten) kaufte, macht hohe Investitionen für die Verzögerungen verantwortlich. "Tennet wusste von Anfang an, was auf sie zukommt", so Bünting. "Es ist keine Überraschung, dass jetzt Milliarden fällig sind."
    • Gilbert  •  vor 3 Monaten
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