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    Spaniens Staatsverschuldung bleibt mittelfristig tragbar

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    Die Volkswirte der Postbank erwarten, dass das spanische Bruttoinlandsprodukt (BIP) im laufenden Jahr um 1,3 Prozent zurückgeht. Als Gründe hierfür sehen sie die hohe Verschuldung der privaten Haushalte, die hohe Arbeitslosigkeit und den Sparkurs der Regierung. Zwar werde auch für die nächsten Jahre nur ein langsames Wachstum prognostiziert, doch Dr. Marco Bargel, Chefvolkswirt der Postbank, ist zuversichtlich: "Mittelfristig sehen wir jedoch durchaus gute Chancen, dass die spanische Wirtschaft sich erholt." Voraussetzung hierfür sei jedoch eine konsequente Fortsetzung des aktuellen Konsolidierungskurses, flankiert von Strukturreformen. Eine besondere Rolle käme dabei der Reform des Arbeitsmarktes zu.
    Die aktuell vergleichsweise niedrige Staatsverschuldung Spaniens von gut 70 Prozent des BIP komme dem Land dabei zu gute. Für die kommenden Jahre werde auch keine allzu stark steigende Schuldenquote erwartet. Die Volkswirte der Postbank rechnen damit, dass sie sich bei 85 Prozent einpendeln werde, was als tragbarer Rahmen angesehen wird.
    Den Risikofaktor bildeten jedoch die spanischen Regionen. An ihnen liege es, dass Spanien sein Defizitziel im letzten Jahr verfehlte und im laufenden erneut verfehlen werde. Dass die Regionen die Zielvorgaben aus Madrid nicht erfüllen können, sei im Handelssystem des Landes begründet. Die Regeln böten den Regionen kaum Anreize die Haushalte zu konsolidieren, zumal praktische Konsequenzen bei Nichterfüllung der Ziele kaum zu befürchten seien. Durch Gesetzesreformen versuche die Zentralregierung jedoch, die Regionen bis 2020 zu einem ausgeglichenen Haushalt zu zwingen.
    Ein weiteres Problem bleibe der Bankensektor. Noch immer litten die spanischen Finanzinstitute unter dem Platzen der Bauboom-Blase. Eine Besserung erwarten die Postbank-Volkswirte in den nächsten zwei Jahren nicht. Ende dieses Jahres dürften die faulen Kredite auf 153 Milliarden Euro angewachsen sein. Um eventuelle Dominoeffekte oder gar einen Zusammenbruch größerer Institute zu verhindern, werde im Zweifelsfall der Staat mit finanziellen Hilfen einspringen müssen. Nach Angaben des Handelsblattes habe die Regierung kürzlich angekündigt, den Banken neue Rückstellungen in Höhe von 50 Milliarden Euro abzufordern. Lediglich die beiden Großbanken Santander und BBVA (Madrid: BBVA.MC - Nachrichten) kämen relativ ungeschoren davon. Im Falle der Santander (Madrid: SAN.MC - Nachrichten) mache der Heimatmarkt nur ca. ein Viertel der Einnahmen aus. Vor allem das Geschäft in Brasilien werde der Bank das Jahresergebnis einigermaßen retten.
    Von Seiten der Postbank wird erwartet, dass noch einige Zeit vergehen werde, bevor die derzeit angegangenen beachtlichen Reformen nachhaltig greifen. Die Bonität des Mittelmeerlandes werde sich daher zumindest vorrübergehend weiter verschlechtern.(PD)

     

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