Berlin (dapd). Die Kürzungspläne der Bundesregierung bei der Solarförderung setzen aus Sicht der Solarwirtschaft das Überleben der Branche und die Energiewende aufs Spiel. "Kürzungen in der angekündigten Größe sind überhaupt nicht mehr verkraftbar", sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Solarwirtschaft (BSW), Carsten Körnig, am Donnerstag im Deutschlandfunk. "Das gefährdet die Existenz von vielen Zehntausend Arbeitsplätzen", erklärte er. Auch die IG Metall kritisierte die vorgesehenen Einschnitte.
Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) und Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) hatten sich am Mittwoch nach monatelangem Tauziehen auf ein Paket für Kürzungen bei der hoch subventionierten und boomenden Solarenergie geeinigt. Einzelheiten sollten am Donnerstag vorgestellt werden. Gleichzeitig wollten nach Angaben des BSW Tausende Beschäftigte von bundesweit 50 Solarfirmen gegen weitere Kürzungen protestieren.
Der Verband schätzt, dass die Förderung für Solaranlagen bis zum Jahresende um 30 bis 50 Prozent gekürzt wird. Nach der politisch beschlossenen Energiewende mit der Abkehr von der Atomenergie seien solche "Radikalkürzungen" nicht mehr nachvollziehbar, sagte Körnig. "Das ist auch weltweit ein ganz schlechtes Zeichen für die Energiewende, denn viele Länder schauen darauf, wie Deutschland das macht", erklärte er.
Nach Körnigs Worten ist die deutsche Solarindustrie, die auch gegen Billiganbieter vor allem aus China zu kämpfen hat, "im Landeanflug zur Wettbewerbsfähigkeit". "Es ist töricht, jetzt im Landeanflug die Triebwerke zu stark zu drosseln, das riskiert natürlich den Absturz", sagte er.
Die IG Metall warf der Regierung vor, mit weiteren Kürzungen die Arbeitsplätze in der Solarindustrie leichtfertig aufs Spiel zu setzen. Das Vorgehen "schaffe vor allem Verunsicherung, aber keine echte Kostenentlastung", erklärte Gewerkschaft.
dapd





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