Schwierige Suche nach dem Fonds fürs Leben

ftd
, Montag, 23. November 2009, um 9:00 CET

Anleger haben die Qual der Wahl: Knapp 7000 Investmentfonds buhlen hierzulande um ihre Gunst. Die Suche nach dem richtigen Fonds, der zum persönlichen Chance-Risiko-Profil passt, dürfte für viele Investoren deshalb so schwierig sein wie die berühmte Suche nach der Nadel im Heuhaufen.

Wie auch immer die Suche endet: Bei der Produktauswahl sollten Berater und Investoren vor allem auf die Performance über einen längeren Zeitraum und verschiedene Zyklen achten. "Die Frage ist: Wie hat sich der Manager geschlagen, und zwar sowohl in der Baisse als auch in der Aufwärtsbewegung", sagt Rüdiger Sälzle, Vorstand des Münchener Fondsanalysehauses Fondsconsult.

Als eher konservatives Investment gelten Mischfonds. Ihr Erfolg steht und fällt mit der Einschätzung des jeweiligen Managements und der daraus resultierenden Gewichtung von diversen Anlageklassen in den entsprechenden Börsenzyklen. "Wenn Anleger sich nicht zutrauen, eine Vermögensstruktur aufzustellen, und Kapital langfristig aufbauen wollen, dann bieten Mischfonds eine gute Lösung", rät Werner Hedrich, Leiter Fondsanalyse der unabhängigen Ratingagentur Morningstar.

Welche Anlagestrategie hat der Fonds Aber Vorsicht: Ein genauer Blick auf die Anlagestrategie dieser Fonds ist wichtig. Anleger sollten Fonds suchen, die ihrem Risikoempfinden entsprechen. Denn nach zum Beispiel fünf Jahren Hausse an den Aktienmärkten haben die Fonds in der Mischfondskategorie die besten Renditen, die das höchste Aktiengewicht hatten.

Entsprechend schwach schneiden sie ab, wenn es an den Aktienmärkten bergab geht. Anleger sollten deshalb unbedingt auf die Aktienquoten in der Vergangenheit achten. Eine Alternative sind die so genannten Multi-Asset-Fonds, die häufig auch unter dem Label vermögensverwaltende Fonds zu finden sind.

Sie bieten eine noch breitere Streuung an, weil das Management neben Aktien und Anleihen auch in Rohstoffe, Immobilien und Hedgefonds investieren kann. "Je breiter das Produkt aufgestellt ist, umso besser kann der Manager ausweichen, wenn sich die Lage für einzelne Assetklassen einmal verschlechtert", benennt Björn Drescher vom Fondsinformationsdienst Drescher & Cie die besonderen Vorteile.

"Ein aktives Vermögensmanagement, das nicht nur Aktien, sondern auch Renten, Immobilien oder Derivate berücksichtigt, ist langfristig besser geeignet", empfiehlt auch Vermögensverwalter Markus Zschaber von der VMZ Vermögensverwaltung in Köln. Der Vorteil: Die Produkte sind deutlich schwankungsärmer, bei Kursverlusten an den Börsen sind die Anleger dank der breiten Streuung nach unten besser abgesichert.

Wenn es allerdings an den Aktienmärkten steil nach oben geht, schlägt sich das in der Performance nur bedingt nieder. "Die Fonds sind vor allem etwas für konservative Anleger", fasst Vermögensverwalter Zschaber zusammen. Eine interessante Anlagemöglichkeit bieten auch die sogenannten Lebenszyklusfonds. Diese Produkte mischen Aktien und Rentenpapiere und sind auf die Lebensplanung des Anlegers abgestimmt.

Wer etwa heute mit einem Renteneintritt um das Jahr 2030 kalkuliert, kann sich für einen Fonds entscheiden, der genau bis zu diesem Zeitpunkt läuft. Dieser investiert derzeit, da das Rentenalter noch weit entfernt ist, ausschließlich in Aktien, um die Renditechancen zu erhöhen. Im Laufe der Zeit sinkt der Aktienanteil zu Gunsten von sichereren Papieren wie Staatsanleihen und Geldmarktpapieren.

Als Basisinvestment eignen sich auch Dachfonds Allerdings hat der Ansatz des aktiven Managements, den die Fonds versprechen, zuletzt nicht gut funktioniert. "Die Konzepte sind zu starr", kritisiert Fondsexperte Drescher. Statt auf das aktuelle Börsengeschehen zu reagieren und die Aktienquote vorübergehend stark zu reduzieren, werden die meisten Fonds nach einer fest programmierten Zeitschaltuhr gemanagt.

Anleger sollten sich auch genau über das Fondsvolumen informieren. Denn mit JP Morgan Asset Management und der Deutschen-Bank-Tochter DWS haben jüngst gleich zwei etablierte Anbieter die Konsequenz aus dem geringen Volumen ihrer Produkte gezogen und die Lebenszyklusfonds geschlossen. Dennoch: Wer sein Portfolio nicht selbst beobachten und laufend anpassen möchte, ist in Lebenszyklusfonds durchaus gut aufgehoben. Im Zweifel ist der Anleger damit besser dran als ganz ohne langfristige Vermögensplanung.

Als Basisinvestment eignen sich auch Dachfonds - so verkaufen es zumindest gerne Berater. "Der Vorteil beim Dachfonds ist die breite Streuung über mehrere Produkte, so dass man einen schwachen Fonds auch mal verkraften kann", sagt Fondsanalyst Sälzle.

Hohe Gebühren sprechen gegen Dachfonds Außerdem übernimmt der Dachfonds-Manager - je nach Konzept - auch die Asset Allokation, wählt also im Idealfall zwischen mehreren Asset-Klassen. Allerdings sprechen die zumeist hohen Gebühren gegen Dachfonds. "Der gravierende Nachteil sind die Kosten", sagt Sälzle. Neben den Gebühren für den Dachfonds trägt der Anleger zusätzlich indirekt die anfallenden Verwaltungskosten der Einzelfonds.

Um die Performancechancen zu erhöhen, kommen für das Vorsorge-Depot nicht nur aktiv gemanagte Fonds in Frage. So sind auch die börsennotierten Indexfonds Exchange Traded Funds (ETFs) eine kostengünstige Option. Viele Investoren schätzen ETFs vor allem als eine Anlagemöglichkeit, die sich durch einfachen Aufbau und Transparenz auszeichnet.

ETFs orientieren sich an der Wertentwicklung des jeweils abgebildeten Index und sind so für Investoren gut nachvollziehbar. Außerdem sind die Gebühren im Vergleich zu aktiv gemanagten Fonds gering. Während bei konventionellen Aktienfonds bis zu zwei Prozent an Gebühren anfallen, sind es bei ETFs in der Regel nur zwischen 0,2 und 0,7. So kommt auf lange Sicht ein hübsches Sümmchen für die Rente zusammen.