Nach dem Rekordjahr 2011 setzt der Softwarehersteller SAP trotz der unsicheren Konjunkturaussichten auf einen weiteren Nachfrageboom. Beim Software-Lizenzverkauf und bei Wartungsdienstleistungen sei 2012 erneut ein prozentual zweistelliger Zuwachs möglich, stellte SAP (Xetra: 716460 - Nachrichten) am Mittwoch in Aussicht - und untermauerte damit seine jüngst geäußerte Zuversicht.
Im Gegensatz dazu rechnet etwa der kleinere Konkurrent aus Darmstadt, die Software AG , im laufenden Jahr nur mit weitgehend konstanten Erlösen. "Unser Geschäft entwickelt sich hervorragend", sagte das SAP-Führungsduo Bill McDermott und Jim Hagemann Snabe.
SAP ist es im abgelaufenen Quartal erstmals gelungen, nennenswerte Umsätze mit neuen Produkten zu erzielen. Programme für mobile Geräte wie Smartphones und Tablets spielten 2011 mehr als 100 Mio. Euro ein. Die In-Memory-Datenbank Hana brachte aufs Jahr gesehen 160 Mio. Euro. Den Großteil der Umsätze erzielte SAP im vierten Quartal. Damit ist das Plus von 230 Mio. Euro bei den Softwareerlösen zum guten Teil auf die neuen Produkte zurückzuführen. Neben dem Kerngeschäft setzt SAP derzeit auf Programmen für mobile Geräte, die Echtzeitdatenbank und so genannte Cloudprogramme, die nicht mehr gekauft, sondern über das Internet gemietet werden. Auch die mit hohem Aufwand entwickelte Mittelstands-Software Business ByDesign soll nach verzögertem Marktstart für Wachstum sorgen und bei kleineren Unternehmen und Auslands-Töchtern größerer Konzerne verkauft werden.
Bereinigt um Sondereffekte wie Akquisitionskosten und Aktienoptionsprogramme traut sich SAP 2012 bei den Erlösen aus dem Verkauf von Software (Frankfurt: SOWN.F - Nachrichten) und Wartungsdiensten einen Zuwachs um zehn bis zwölf Prozent bei konstanten Wechselkursen zu. Im Vorjahr hatten die mit dem Datenbankanbieter Oracle erbittert um Kunden und Marktanteile kämpfenden Walldorfer ein Plus von 17 Prozent auf 11,35 Mrd. Euro vorgelegt. "Wir konnten unsere Marktführerschaft ausbauen", sagten die beiden Co-Chefs McDermott und Hagemann Snabe. Mit der Prognose für 2012 übertrifft SAP die Erwartungen des Marktforschers Gartner, der in diesem Jahr lediglich mit einem Zuwachs der weltweiten Ausgaben für Unternehmenssoftware um 6,4 Prozent auf 285 Mrd. Euro rechnet. Nach dem Rekordgewinn von 3,4 Mrd. Euro im vergangenen Jahr nimmt SAP die nächste Bestmarke beim Ergebnis ins Visier. Das um Sondereffekte bereinigte Betriebsergebnis soll ohne Berücksichtigung von Wechselkursänderungen im laufenden Jahr auf 5,05 bis 5,25 Mrd. Euro steigen. 2011 hatte SAP operativ 4,71 Mrd. Euro verdient - mehr als jemals zuvor in der 40-jährigen Firmengeschichte.
Teil 2: Für die Zukunft gibt sich der Konzern optimistischFinanzvorstand Werner Brandt bekräftigte zudem die Mittelfristprognose: "Wir sind auf dem besten Weg, bis 2015 unser Umsatzziel von 20 Mrd. Euro zu übertreffen und eine operative Marge von 35 Prozent zu erreichen." Damit würde SAP als Weltmarktführer für Unternehmenssoftware näher an seine rentableren Konkurrenten aus den USA heranrücken. 2011 klettere die operative Rendite von SAP um 1,1 Prozentpunkte auf 33,1 Prozent. Die Aktien von Europas größtem Software-Haus fielen um 0,5 Prozent auf 44,19 Euro. Börsianer werteten die Prognosen des Unternehmens insgesamt positiv. Für den erwarteten Renditeschub soll in den kommenden Jahren unter anderem die geplante Übernahme der US-Softwareschmiede SuccessFactors sorgen, mit der SAP bei Miet-Software stärker Fuß fassen will. Auch Oracle, IBM (NYSE: IBM - Nachrichten) und Salesforce.com stoßen mit Übernahmen in diesen sogenannten Cloud-Computing-Markt vor, da die Nachfrage der Unternehmen nach Softwarenu





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