Athen (dapd). Die griechische Wirtschaft könnte nach Angaben von Ministerpräsident Antonis Samaras in diesem Jahr noch tiefer in die Rezession rutschen und um mehr als sieben Prozent schrumpfen. Dennoch halte er eine Rückkehr zu Wachstum binnen 18 Monaten für möglich, sagte Samaras am Dienstag. Er kündigte an, sich "sobald wie möglich" um ein Abkommen mit den internationalen Gläubigern zu bemühen, um mehr Zeit für die Kürzungen und Reformen zu gewinnen, die von Griechenland im Gegenzug für die internationalen Rettungskredite gefordert werden. In diesem Zusammenhang sprach er auch von "unverantwortlichen" Beamten im Ausland, die öffentlich ein Scheitern des griechischen Sparprogramms erwarteten.
Unterdessen nahmen Experten der Troika aus Internationalem Währungsfonds, Europäischer Zentralbank und EU-Kommission ihre eingehende Prüfung der griechischen Sparanstrengungen auf. Die Troika soll einen Bericht über das Sparprogramm Athens vorlegen, von dem die weitere Zahlung der Rettungskredite abhängt. Auch EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso wird noch diese Woche in Griechenland erwartet, wo er sich mit Staatspräsident Karolos Papoulias und Regierungschef Samaras treffen will. Dabei werde die wirtschaftliche Lage in der Eurozone und insbesondere die Situation Griechenlands erörtert, teilte ein Kommissionssprecher am Dienstag mit.
Sollte Griechenland seine Zusagen weiterer Kürzungen und Reformen nicht erfüllen, könnten die europäischen Partner und der Internationale Währungsfonds den Geldhahn zudrehen. Dadurch stünde das Land vor einer Staatspleite und womöglich einem Austritt aus der Eurozone.
Seine Koalitionsregierung müsse zeigen, dass sie die Verpflichtungen im Gegenzug für die Rettungsprogramme respektiere und umsetzen könne, sagte Samaras am Dienstag zu Abgeordneten seiner konservativen Partei Neue Demokratie.
Samaras stößt mit seiner Forderung nach einer Verlängerung der Frist für die Umsetzung der Sparmaßnahmen von 2014 auf 2016 bei europäischen Regierungen zunehmend auf Widerstand. Einige Gläubiger scheinen angesichts gebrochener Versprechen und Verzögerungen Athens inzwischen dazu geneigt, einen Ausstieg Griechenlands aus der Eurozone zuzulassen. Es gebe "unverantwortliche" Beamte im Ausland, die "tun, was sie können, damit (Griechenland) scheitert", kritisierte Samaras.
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