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    Roboterfisch kontra Häkelmützen

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    Nürnberg (dapd). Oma und Opa können einpacken. Galten sie bislang als die perfekten Geschichtenerzähler für Kinder, macht ihnen künftig "Brummel" dieses Feld streitig. "Brummel" ist ein Stofftier, das Geschichten wie ein Mensch vorliest. Wenn der knuffige, 40 Zentimeter große Plüschbär aus einem Repertoire von 50 Märchen spannende Abenteuer erzählt, bewegen sich seine Lippen wie bei einem Menschen synchron zu den Wörtern.

    Auf der Neuheitenschau der 64. Internationalen Spielwarenmesse in Nürnberg ist "Brummel" erstmals in Aktion zu erleben: Er brabbelt von seinem besten Freund Felix und verrät seine Lieblingsspeise: Forelle.

    "Der Geschichtenbär ist die perfekte Alternative, um Kinder sinnvoll zu beschäftigen, damit keine Langeweile aufkommt", sagt Christine Stadlbauer, deren Firma diese Neuheit von Februar an dem Spielwarengroßhandel liefert. Auch als Einschlafhilfe sei der Bär bestens geeignet, verspricht sie.

    Anfangs kann "Brummel" nur eine Geschichte, ein Gedicht und ein Lied vortragen. Wird der Bär mit dem Internet verbunden, lernt er weitere Märchen dazu. Für jede neue Geschichte muss allerdings extra bezahlt werden.

    "Brummel" steht für den diesjährigen Trend bei den eine Million Produkten, die 2.747 Aussteller aus 60 Ländern auf der Spielwarenmesse zeigen: Altbewährte Spielsachen werden durch moderne Technik ergänzt. "Toys 3.0" heißt diese Entwicklung.

    Sie ist allerdings nicht ganz neu: Der Spielwarenhersteller Hasbro verblüffte bereits 1998 die Fachwelt mit dem sprechenden Stofftier "Furby". Die Mischung aus Vogel und Gremlin wurde für Hasbro (NasdaqGS: HAS - Nachrichten) zu einem seiner erfolgreichsten Spielzeuge.

    Das Unternehmen hofft, daran im Rahmen von "Toys 3.0" anknüpfen zu können: Auf der Neuheitenschau ist ein völlig neuer "Furby" zu sehen. "Furby spricht nicht mehr nur zufällig Sätze, sondern entwickelt eine individuelle Persönlichkeit, je nachdem wie man ihn behandelt", erläutert Hasbro-Pressesprecherin Rafaela Hartenstein.

    "Furby" könne zur Diva, zum Witzbold oder auch zu einem schlecht gelaunten Rabauken werden. Sein Eigenleben verblüfft sogar die Macher: "Wir hatten Furby im Auto dabei, als wir über Kopfsteinpflaster gefahren sind, da hat er plötzlich das Schimpfen angefangen", berichtet Hartenstein.

    Mit den Spielwaren 3.0 zieht jede Menge Lärm ins Kinderzimmer ein: Auf der Neuheitenschau tönt es aus allen Ecken. Davon unbeirrt dreht an einem der Stände ein Baby-Haifisch in einem Aquarium seine Runden. Tierschützer können unbesorgt sein. Es ist ein Roboterfisch, der einem echten Fisch verblüffend ähnlich sieht. Er kann auf- und abtauchen und die Flossen bewegen.

    Mit dieser Innovation will der Spielwarenhersteller Goliath eine breite Zielgruppe ansprechen: "Der Roboterfisch begeistert Mädchen und Jungs, Alt und Jung", sagt Goliath-Pressebeauftragte Ulrica Griffiths. Allerdings müssen auch Roboterfische gefüttert werden: Nach circa drei Stunden Dauerbetrieb benötigen sie neue Batterien.

    Dem Boxroboter "Battroborg" der Firma Tomy geht dagegen erst die Luft aus, wenn er K.o. geschlagen wird. Wie bei einem Videospiel kann die futuristische Spielfigur mit einem Controller gesteuert werden. Die Bewegungen und Schläge führt "Battroborg" in Echtzeit aus. Bis zu 20 "Battroborgs" können in einer extra erhältlichen Arena (Mailand: ARE.MI - Nachrichten) gegeneinander antreten.

    In Japan hat sich der Boxroboter nach Firmenangaben bereits am Wochenende seiner Einführung 10.000 Mal verkauft. In Nürnberg wirbt Ex-Boxprofi Axel Schulz für den "Battroborg" - und geht zumindest mit seiner Figur im Kampf gegen zwei Kinder zu Boden.

    Thomas Jaenisch lässt sich von dem Getöse auf der Neuheitenschau nicht aus der Ruhe bringen. Der 28-Jährige arbeitete bis vor vier Jahren als Skilehrer. Mittlerweile frönt er einer ganz anderen Leidenschaft: Der Mann aus Hof häkelt bunte Mützen - und will mit diesem Hobby ganz Deutschland anstecken.

    Bei einem Skiseminar in Japan war es dem Franken langweilig geworden. Statt Apres-Ski zeigte ihm eine Freundin, wie man häkelt. Seither kann Jaenisch Nadel und Wolle kaum noch aus der Hand legen. Auch seinen Bekannten Felix Rohland steckte er mit der Sucht an. Beide veröffentlichten daraufhin einen Häkelmützen-Konfigurator im Internet. Danach schrieben sie ein Häkelbuch, das in die Bestsellerlisten zu finden ist.

    Im Februar kommt nun der nächste Coup der beiden Männer: das Häkelset "myboshi", das bei der Neuheitenschau den elektronischen Produkten glatt die Show stiehlt. "Häkeln macht einfach Spaß und ist für Kinder bestens geeignet, weil die motorischen Fähigkeiten trainiert werden", sagt Jaenisch. Dank einer einfachen Anleitung könne jeder nach etwa 30 Minuten die knallbunten "myboshis" häkeln.

    Boshi ist das japanische Wort für Mütze. Jaenisch zufolge soll sogar Schauspielern Sarah Jessica Parker zu den Trägerinnen der Kultmützen zählen. Ob sie selbst gehäkelt hat, weiß der Ex-Skilehrer allerdings nicht.

    dapd

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