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    Wann ist die Rally vorbei?

    AKTUELLER KURS

    SymbolKursVeränderung
    CS30,17
    DBK.DE36,88-0,64
    BWB.BE1,87-0,03
    ^DJI15.335,28
    VOD.L197,600,00

    Langfristig gehen Experten von steigenden Kursen aus, doch in der neuen Börsenwoche sind Rückschläge nicht ausgeschlossen. Jedenfalls müssen Anleger auf dem Weg (Other OTC: WEGZY - Nachrichten) zu neuen Höchstständen zwei Klippen umschiffen: Die Spekulationen auf eine Straffung der lockeren Geldpolitik in den USA und ein stotternder Konjunkturmotor in Deutschland könnten der Dax (Xetra: ^GDAXI - Nachrichten) -Rally den Wind aus den Segeln nehmen. Aufschluss gibt es am Mittwoch, wenn die US-Notenbank Fed tagt und am Freitag, an dem der Ifo-Geschäftsklima-Index veröffentlicht wird.

    Zudem fragen sich viele Marktteilnehmer, wie weit die Rekordjagd noch gehen kann, die den Dax zuletzt auf das Rekordhoch von 8407,74 Punkten und den Dow Jones (DJI: ^DJI - Nachrichten) auf 15.219 Zähler getrieben hatte. Auf Wochensicht verzeichnete der Dax ein Plus von etwas mehr als einem Prozent. Solange das billige Geld der Notenbanken weiter fließt spricht langfristig vieles für Aktien. Staatsanleihen werfen kaum etwas ab, sparen lohnt sich nicht. Anleger kommen deshalb um das Wertpapier kaum herum. Auch Notenbanken kaufen in letzter Zeit verstärkt Aktien.

    "In der Summe spricht wenig für einen Gipfelabstieg, aber mit Steinschlag sollte gerechnet werden", fasst es Marktstratege Hans-Jörg Naumer von Allianz Global Investors zusammen. Es fehle die letzte Überzeugungskraft für den Aufschwung, was durch die niedrigen Umsätze an den Börsen bestätigt werde. "Kursgewinne können letztlich nur auf harten Daten fundamental gut abgesichert sein, nicht auf Zentralbankgeld alleine." Rücksetzer schließt Naumer deshalb nicht aus.

    Robert Halver von der Baader Bank (Berlin: BWB.BE - Nachrichten) argumentiert anhand des Kurs-Gewinn-Verhältnisses der US-Aktien. Laut dem MSCI United States Index beträgt das KGV der US-Aktien 14,1. Beim letzten Allzeithoch im Jahr 2007 lag das KGV bei 15,4. Bewertungstechnisch sind amerikanische Aktien damit nicht überbewertet. "US-Aktien sind von dem Bewertungsniveau von vor der Lehman-Pleite weit entfernt.", betont Halver und geht in seinem Marktkommentar von keiner Blasenbildung am Aktienmarkt aus.

    Doch nicht alle sind so optimistisch. So betonte Vermögensverwalter Herwig Weise, dass er auf Gold setze und mit starken Turbulenzen an den Aktienmärkten rechnet. "Der Aktienmarkt hat sich von der Realität abgekoppelt. Die Anleger blenden die Risiken aus, der Optimismus ist extrem. Da spielen wir nicht mit.", begründete er den Schritt nicht auf Aktien zu setzen.

    Wie es weitergeht mit der Geldflut der Zentralbanken könnte sich schon am Mittwoch zeigen. Dann legen die Bank of England und die japanische Notenbank ihren weiteren Kurs fest. Vor allem aber veröffentlicht die US-Notenbank am Abend ihre Protokolle über die vorige Sitzung des Offenmarktausschusses.

    Zuletzt hatten mehrere Fed-Mitglieder dafür plädiert, die Anleihenkäufe von aktuell 85 Milliarden Dollar pro Monat noch in diesem Jahr zurückzufahren oder gar ganz einzustellen. Die Äußerungen sorgten prompt für fallende Kurse an den Aktienmärkten und steigende Notierungen beim Dollar.

    Bevor die Fed-Protokolle veröffentlicht werden, nimmt Notenbankchef Ben Bernanke am Mittwochnachmittag (16:00 Uhr MESZ) vor dem Wirtschaftsausschuss des US-Kongresses Stellung zur Geldpolitik seines Hauses. Zur Debatte könnte dabei auch stehen, ob Bernanke bereit ist, eine dritte Amtszeit ab Januar 2014 zu übernehmen.

    Wie geht es mit der deutschen Wirtschaft weiter?

    Neben der Fed ist auch die deutsche Konjunktur für Anleger zum unsicheren Kantonisten geworden. In der abgelaufenen Woche enttäuschte Europas Konjunkturlokomotive mit einem Mini-Wachstum ihrer Wirtschaft. Am kommenden Freitag stehen dann eine ganze Reihe von Daten an, die Aufschluss über die Lage geben sollen. Beim Ifo-Geschäftsklima-Index für Mai rechnet Postbank-Analyst Heinrich Bayer mit einem Rückgang um 0,2 auf 104,2 Punkte. Damit wäre die Stimmung nach Bayers Einschätzung aber weiterhin auf einem überdurchschnittlichen Niveau.

    Ebenfalls am Freitag stehen der GfK-Konsumklima-Index für Juni sowie die detaillierten Daten zum Bruttoinlandsprodukt Deutschlands im ersten Quartal an. Schon am Donnerstag werden die Markit-Einkaufsmanagerindizes für Deutschland und die Euro-Zone veröffentlicht.

    Vom Treffen der Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union am Mittwoch sind nach Ansicht der Analysten von Credit Suisse (NYSE: CS - Nachrichten) keine großen Neuigkeiten zu erwarten. Die Notwendigkeit des Wirtschaftswachstums sollte aber einmal mehr deutlich angesprochen werden.

    Auf Unternehmensseite dürfte nach Pfingsten erst einmal Ruhe einkehren, da die Berichtssaison spürbar abebbt. Am Dienstag könnte mit den Jahreszahlen von Vodafone (London: VOD.L - Nachrichten) und dem Quartalsergebnis von Hewlett-Packard zumindest etwas Bewegung in den Markt kommen. Bei Vodafone dürften Börsianer aufmerksam auf Hinweise achten, ob der britische Mobilfunkriese seine milliardenschweren Anteil an Verizon Wireless an den bisherigen Partner Verizon Communications verkauft. Hewlett-Packard wiederum kann seinen Anteilseignern wohl nur wenig Erfreuliches mitteilen, da der weltgrößte PC-Hersteller gegen die immer härter werdende Konkurrenz von Smartphones und Tablets kämpft. Zuletzt hatte der Rivale Dell einen Gewinneinbruch von fast 80 Prozent im ersten Quartal vermeldet.

    Hierzulande steht am Donnerstag die Hauptversammlung der Deutschen Bank (Xetra: 514000 - Nachrichten) auf dem Programm. Die Aktionäre haben über die neue Vergütungsverordnung für die Mitarbeiter des deutschen Branchenprimus zu befinden. Die Anteilseigner erhoffen sich zudem Hinweise auf den Geschäftsverlauf im zweiten Quartal.

    Am Mittwoch findet eine Versammlung für die Gläubiger des angeschlagenen Solarkonzerns Solarworld statt. Dort will das Unternehmen seine Sanierungspläne erläutern.

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