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HB MÜNCHEN. Die Talfahrt der Werbekonjunktur hat ProSiebenSat.1 weiter fest im Griff. Im dritten Quartal machte der TV-Konzern nach Angaben vom Donnerstag 12,7 Mio. Euro Verlust, nach einem Fehlbetrag von 10,7 Mio. Euro vor einem Jahr. Der Umsatz sank um acht Prozent auf 559,4 Mio. Euro. Insbesondere im Ausland seien die Erlöse mit TV-Werbespots zurückgegangen, während auf dem umsatzstarken Heimatmarkt nur ein leichtes Minus verbucht werden musste. Vorstandschef Thomas Ebeling verordnete der gesamten Gruppe einen rigides Sparkurs, der wesentlich schneller vorankommt als geplant.
Die Kosten sollen dieses Jahr um 200 Mio. Euro gedrückt werden - dieses Ziel wurde nach nur neun Monaten schon nahezu erreicht. Einen Geschäftsausblick für 2009 wagt Ebeling weiterhin nicht. Der Konzern, der in Deutschland neben den beiden namensgebenden Sendern noch Kabel 1 und N24 betreibt, rechnet nach früheren Angaben für dieses Jahr mit einem Einbruch des Werbemarktes um bis zu 16 Prozent. Die Sendergruppe gehört den beiden Beteiligungsgesellschaften KKR und Permira. Sie hatten die Übernahme des TV-Konzerns SBS durch ProSiebenSat.1 eingefädelt und dafür eine hohe Verschuldung in Kauf genommen. Ende September betrug die Netto-Finanzverschuldung von ProSiebenSat.1 3,53 Mrd. Euro.
Die Aktien von ProSiebenSat1 haben am Donnerstag nach der Vorlage von enttäuschenden Quartalszahlen vorbörslich deutlich nachgegeben. Die Papiere fielen bei Lang & Schwarz um knapp sieben Prozent. Am Vortag waren sie in Erwartung guter Quartalszahlen um gut 13 Prozent gestiegen. Der Fernsehkonzern verfehlte aber mit seinen Zahlen zu Umsatz, Ebitda und Verlust die Erwartungen der Analysten.