Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Der Chef der Deutsche Bank AG (Xetra: 514000 - Nachrichten) (ISIN DE0005140008/ WKN 514000), Josef Ackermann, hat in einem Zeitungsinterview seinen Vorschlag zur Schaffung eines Notfallfonds für die Finanzindustrie verteidigt, sieht dieses Instrument jedoch nur als Teil eines Gesamtpakets zur Krisenbewältigung verstanden wissen. Außerdem räumte der Manager ein, dass das Ziel einer Eigenkapitalrendite von 25 Prozent vor Steuern nach den geänderten Eigenkapitalvorschriften für Banken wohl deutlich schwieriger zu erreichen sein dürfte.
"Ein solcher Fonds kann selbstverständlich nur Teil eines ganzen Bündels von Präventions- und Vorsorgemaßnahmen sein. Im Vordergrund stehen derzeit sicher Maßnahmen, neue systemische Krisen künftig zu verhindern. Gleichwohl tun wir gut daran, uns auch parallel dazu Gedanken zu machen, wie wir künftige Krisen, wenn sie ausbrechen, besser bewältigen", erklärte der Vorstandschef des im DAX30 notierten Kreditinstituts gegenüber der "Süddeutschen Zeitung". Den Vorwurf, ein von Banken und dem Staat bereitgestellter Notfallfonds diene als Vollkaskoversicherung für zockende Banker, wies Ackermann zurück: "Zunächst einmal ist ein solcher Fonds ja nicht als Bestandsgarantie zu verstehen. Ganz im Gegenteil: Er soll es ja gerade ermöglichen, auch große Banken geordnet abzuwickeln und aus dem Markt ausscheiden zu lassen. Ein solcher Fonds würde daher auch das sogenannte moral hazard gegenüber einer Situation ohne Fonds und ohne privaten Beitrag eindeutig verringern, vor allem wenn die Beiträge für den Fonds nach dem Risikogehalt der beteiligten Banken gestaffelt sind. Denn ohne Fonds müsste der Staat bei systemisch wichtigen Banken ja wieder alleine oder doch zumindest viel stärker einspringen."
Trotz der Auswirkungen der Finanzkrise verteidigte Ackermann außerdem erneut das Ziel einer Eigenkapitalrendite von 25 Prozent für Steuern. "Inzwischen ist doch mehrfach belegt worden, dass 25 Prozent vor Steuern auf das bilanzierte Eigenkapital kein maßloses Ziel ist und in anderen Branchen durchaus vergleichbare Eigenkapitalrenditen erzielt werden - auch von mittelständischen Unternehmen. Außerdem haben wir immer gesagt: Es geht uns nicht um die 25 Prozent, sondern darum, bei den Besten zu sein." Das Erreichen dieser Zielmarke dürfte jedoch durch die von der G20 geforderte höhere Eigenkapitalquote bei Banken erschwert werden. Gleichzeitig relativierte der Manager die Zielmarke: "25 Prozent ist für uns kein Wert an sich. Wenn für alle Marktteilnehmer andere Voraussetzungen gelten, ändert sich womöglich die Messlatte für die Besten."
Die Aktie der Deutschen Bank notiert aktuell mit einem Minus von 0,84 Prozent bei 50,00 Euro. (20.11.2009/ac/n/d)