Presse. BMW fordert Förderung von Elektroautos, will Führungsposition im Premiumsegment verteidigen

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Montag, 23. November 2009, um 11:41 CET

München (aktiencheck.de AG) - Der Vorstandschef des Automobilkonzerns Bayerische Motoren Werke AG (BMW (Xetra: 519000 - Nachrichten) ) (ISIN DE0005190003/ WKN 519000), Norbert Reithofer, will den eingeschlagenen Expansionskurs bei neuen umweltschonenden Technologien weiter vorantreiben.

In einem interview mit der "WirtschaftsWoche" erklärte der Konzernchef, man werde auch in den kommenden Jahren einen dreistelligen Millionenbetrag" in neue Technologien investieren. Das Geld werde u.a. in die Entwicklung des "nächsten 3er als Hybrid" fließen. "Wir müssen unter anderem die Hybridisierung, also die Kombination von Verbrennungs- und Elektromotor, forcieren. BMW wird nicht nur den 7er, sondern auch den nächsten 5er und den nächsten 3er als Hybrid anbieten. Und wenn ich von Hybrid spreche, dann meine ich einen so genannten Vollhybriden, mit dem man auch kürzere Strecken rein elektrisch fahren kann", so der Manager. Dabei werde man auch mit anderen Herstellern zusammenarbeiten, sobald eine Kooperation sinnvoll erscheine: "Ich bin der Meinung, dass nicht jeder Hersteller die nötigen Technologien neu erfinden sollte." Bei der Entwicklung des Elektroautos drängt laut Reithofer die Zeit: "Wenn ich mir China anschaue, dann kann es sein, dass das Land jetzt sehr zügig in Richtung Elektromobilität geht. Dann müssen wir bereit sein." Auch rechnet er damit, dass künftig in vielen Ländern ein gewisser Anteil der Neuzulassungen aus Elektroautos bestehen muss. Er erwartet, "dass der Anteil an Elektrofahrzeugen im Jahr 2020 zwischen 5 und 15 Prozent liegen wird".

Gleichzeitig fordert Reithofer auch stärkere Anreize seitens der Politik, um den Kauf umweltfreundlicher Elektrofahrzeuge zu fördern: Es müssten "die Weichen gestellt werden für nachhaltige Mobilität". Bei der Umsetzung der Klimaziele müsse die Politik dafür sorgen, "dass der Kauf von Elektroautos gefördert wird". Reithofer: "Denn sonst wird zum Start die Nachfrage nicht groß genug sein." Auch müsse die Politik die Voraussetzungen für eine Infrastruktur schaffen, zu der beispielsweise Ladestationen oder einheitliche Stecker zählten. Daneben, so Reithofer weiter, "sollte mit Forschungsförderung die Entwicklung von Elektrofahrzeugen unterstützt" werden. Die bisherige Förderung "reiche bei Weitem nicht aus".

Operativ sieht Reithofer BMW auch im kommenden Jahr weiter auf Wachstumskurs: Das Premiumsegment wird 2010 aller Voraussicht nach wieder wachsen. Wir werden zudem auch von unseren neuen Modellen profitieren. BMW hat derzeit im Vergleich zu den direkten Wettbewerbern die durchschnittlich älteste Modellpalette. Das ändert sich nun sukzessive. Insgesamt wird die BMW Group zwischen 2010 und 2012 ungefähr die Hälfte ihres Produktfolios erneuern", sagt Reithofer. Prognosen, wonach die zur Volkswagen AG (Xetra: 766400 - Nachrichten) (ISIN DE0007664005/ WKN 766400) gehörende Tochter AUDI AG (ISIN DE0006757008/ WKN 675700) im kommenden Jahr der führende Premiumhersteller werden könnte, widersprach Reithofer: "BMW wird auch 2010 der weltweit führende Premiumhersteller bleiben." Gleichzeitig bekräftigte der Konzernchef, dass man trotz Krise auch 2010 auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten werde. "Wir werden aber weiter auf natürliche Fluktuation, Altersteilzeit und freiwillige Aufhebungsverträge setzen", sagte Reithofer.

Für das Gesamtjahr 2009 bestätigte Reithofer gegenüber dem Wirtschaftsmagazin die Aussage "weiterhin schwarze Zahlen" anzustreben. Niederschlagen würden sich im laufenden Geschäftsjahr allerdings Währungsbelastungen "im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich, die jedoch unter dem Niveau des Vorjahres liegen". In den Hauptwährungen sei das Unternehmen aber nahezu vollständig gesichert. Reithofer: "Trotzdem spüren wir natürlich das schwache Pfund. Zu schaffen machen uns momentan aber auch Währungen wie der Rubel, zumal hier die Sicherungsmöglichkeiten beschränkt sind."

Die Aktie von BMW notiert aktuell mit einem Plus von 0,81 Prozent bei 33,02 Euro. (23.11.2009/ac/n/d)

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