London (BoerseGo.de) - Der Ölpreis wird nach Einschätzung der Organisation der Erdöl exportierenden Länder (OPEC) mittel- und langfristig auf einem hohen Niveau verbleiben. In ihrem Jahresbericht unterstellte die Interessenvereinigung mittelfristig ein Niveau von 100 US-Dollar je Barrel. Aufgrund inflationärer Effekte wird bis zum Jahr 2025 dann ein Anstieg auf 120 US-Dollar erwartet. Im bisherigen Jahresverlauf lag der Preis im Durchschnitt bei 110 US-Dollar.
Bei rückläufigen US-Importen wird zugleich mit einer deutlichen Zunahme der Förderung in den USA gerechnet. US-Präsident Barack Obama werde sein Versprechen von einer größeren Unabhängigkeit von den OPEC-Ölimporten vermutlich einhalten können, da in den USA und Kanada derzeit neue Quellen aus ölhaltigem Schiefer erschlossen werden. Da Kanada einen Großteil seiner Produktion in die USA verkauft, rechnet die OPEC im US-Markt mit dem Verlust von Marktanteilen.
Im Zeitraum von 2011 bis 2035 soll das tägliche Importvolumen der USA um 5 Millionen Barrel zurückgehen. Im Jahresbericht vom letzten Jahr war nur von einem Rückgang um 4 Millionen Barrel die Rede. Die tägliche Öl-Nachfrage im Jahr 2016 soll 92,9 Millionen Barrel betragen, wobei die vorherige Schätzung der OPEC bei 93,9 Millionen Barrel gelegen hat. In die Ölproduktion der OPEC-Staaten sollen in den nächsten vier Jahren etwa 270 Milliarden US-Dollar investiert werden, so die Schätzung.



