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    Obermann kann erschreckend wenig tun

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    Bei der Deutschen Telekom (Xetra: 555750 - Nachrichten) sieht es mau aus. Das vierte Quartal lief in vielerlei Hinsicht schlecht, zudem vermiesten Milliardenabschreibungen auf das Geschäft in den USA und Griechenland das Ergebnis. War (SNP: ^WARY - Nachrichten) schon das Weihnachtsquartal ernüchternd, sollte aber vor allem der Ausblick auf die laufenden zwölf Monate Sorgen bereiten. Der DAX -Konzern muss nahezu in allen Geschäftsfeldern kämpfen, Lichtblicke gibt es nur wenig.

     

    Konzernchef René Obermann ließ bei der Präsentation der Zahlen daher keine Zweifel daran, dass 2012 ein hartes Jahr wird. Die Prognose für das bereinigte operative Ergebnis liegt mit rund 18 Mrd. Euro 2012 sogar unter dem Wert von 2011. Zahlreiche Länder in Süd- und Südosteuropa durchlaufen eine tiefe Rezession. Damit trifft die Krise genau die Region, in der die Telekom besonders stark engagiert ist. In den USA muss der Konzern Milliarden in den Netzaufbau stecken, zudem verlassen lukrative Vertragskunden weiter in Scharen die US-Tochter. Und hierzulande kämpfen die Bonner gegen sinkende Preise.

    Abgesehen von dem starken Datenwachstum im Mobilfunk und den allmählich anziehenden Geschäft mit dem TV-Angebot Entertain gibt es nahezu keinen positiven Trend im Kerngeschäft. Konkurrenten wie Telefónica (Madrid: TEF.MC - Nachrichten) , Vodafone (London: VOD.L - Nachrichten) oder KPN (Amsterdam: KPN.AS - Nachrichten) mag es ähnlich gehen, besser macht es die Sache nicht. Fragt man sich, was die Mannschaft um Obermann tun kann, mutet die Lage noch pessimistischer an. Denn die Antwort lautet: Erschreckend wenig. Es fehlt Geld, um in den neuen Geschäftsfeldern wie Smart Grids, also intelligenten Stromnetzen, oder Gesundheit über Zukäufe zu wachsen und so das schrumpfende Kerngeschäft schneller zu stützen. In Diensten wie digitalen Krankenakten oder virtuellen Arztbesuchen sieht die Telekom einen Zukunftsmarkt. Doch zunächst sind die Aktionäre an der Reihe: Der Konzern will weiter 70 Cent Dividende je Aktie zahlen, so lautet das Versprechen des Managements an die Anteilseigner. Ein teures Versprechen. Und auch gegen die Wirtschaftskrise in Ländern wie Griechenland oder Spanien kann das Unternehmen nichts unternehmen.

    Es bleibt daher nicht viel übrig, als den bislang ohnehin harten Sparkurs noch einmal zu verschärfen. "Wir werden natürlich weiter sparsam wirtschaften, daran führt kein Weg vorbei", stimmte Obermann seine Mannschaft schon ein. Aber selbst diesen Anstrengungen sind nach einigen Sparrunden Grenzen gesetzt: "Kostensenkungen sind mittlerweile schwieriger zu erzielen." Wie in den vergangenen Monaten hängt die Entwicklung des Konzerns wieder an den USA. Nur wenn es gelingt, T-Mobile USA noch dieses Jahr in eine Partnerschaft zu überführen, zu verkaufen oder Teile an die Börse zu bringen, gibt es eine Chance für die Deutsche Telekom, das Jahr 2012 besser abzuschließen, als es der trübe Ausblick verheißt.

     

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