München (dapd). Nur wenige Tage vor der Leitmesse Mobile World Congress in Barcelona hat der spanische Telekomkonzern Telefónica Zahlen für sein deutsches Geschäft im vergangenen Jahr vorgelegt - und sich dabei deutlich besser geschlagen als die Deutsche Telekom (Xetra: 555750 - Nachrichten) . Dabei profitierten die Spanier hierzulande vor allem von der weiter rasant steigenden Nachfrage nach Datendiensten und der "sehr starken Monetarisierung der Daten", sagte Deutschland-Finanzchefin Rachel Empey bei der Vorlage der Zahlen am Freitag.
Mit den Marken O2 und Alice setzte Telefónica (Madrid: TEF.MC - Nachrichten) im vergangenen Jahr auf dem deutschen Markt gut 5,0 Milliarden Euro und damit 4,3 Prozent mehr um als noch 2010. Das operative Ergebnis vor Abschreibungen und Amortisationen legte um 4,9 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro zu.
Geschäft mit Datendiensten wird rentabler
Getrieben wurde das Geschäft vor allem vom Mobilfunk. Hier wuchs der Erlös um 5,7 Prozent auf 3,6 Milliarden Euro. Zugleich stieg die Zahl der Kunden in diesem Segment bis Ende Dezember um 7,8 Prozent auf 18,4 Millionen. "Wir sehen noch immer eine fundamentale Nachfrage nach Smartphones", sagte Deutschland-Chef René Schuster. Über das ganze Jahr hinweg hätten mehr als 90 Prozent der über O2 verkauften Geräte zur Klasse der internetfähigen Handys gehört. Damit hätten im vierten Quartal schon fast die Hälfte aller Vertragskunden Datendienste genutzt.
Zugleich konnte Telefónica das Wachstum der Datenmengen deutlich besser in Umsätze ummünzen als noch 2010. Damals hatte ein mehr als 110-prozentiges Wachstum des Bit-Verkehrs einem Erlöswachstum von 30,9 Prozent gegenüber gestanden. Im abgelaufenen Jahr war der Umsatz mit 48,9 Prozent dagegen schneller gewachsen als der mobile Datenverkehr mit 44,8 Prozent. "Wir haben das ganze Jahr über unsere Margen verbessert", freute sich Empey.
Wie es mit dem Ausbau des deutschen Mobilfunknetzes, etwa mit dem extrem schnellen Datenfunk LTE, weitergehen soll, wollte Schuster noch nicht verraten. Details solle es auf der Messe kommende Woche in Barcelona geben, kündigte er an.
Wachstum wo der Marktführer schrumpft
Damit schließt die Nummer drei auf dem deutschen Markt weiter zum Branchenprimus Telekom auf. Der hatte am Vortag in seiner Bilanz einen Kundenzuwachs von lediglich 1,4 Prozent gemeldet - auf 35,4 Millionen. Insgesamt sackte der Umsatz des Bonner Konzerns auf dem Heimatmarkt im vergangenen Jahr allerdings um 4,4 Prozent auf 24 Milliarden Euro ab. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) fiel um 2,4 Prozent auf 8,9 Milliarden Euro.
An der Börse in Madrid büßte die Telefónica bis gegen 13 Uhr minimal auf 12,87 Euro ein. Die Telekom-Aktie hatte nach der Vorlage der Zahlen am Donnerstag ein Viertel Prozent auf 8,75 Euro nachgegeben.
(Bilanz Telefónica Deutschland: http://url.dapd.de/gd0us1 Bilanz Telefónica gesamt: http://url.dapd.de/gm4pRM Telekom-Bilanz: http://url.dapd.de/96zAEo )
dapd







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