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    Neuer Metro-Chef räumt bei Deutschlands größtem Handelskonzern auf

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    Frankfurt/Main (dapd). Der neue Metro (Other OTC: MTAGF.PK - Nachrichten) -Chef Olaf Koch räumt bei Deutschlands größtem Handelskonzern auf und verkauft die seit Jahren rote Zahlen schreibende britische Großhandelssparte. Koch sagte am Mittwoch vor Analysten, der Rückzug aus Großbritannien zeige die Entschlossenheit der Metro, sich künftig auf die ertragreichen Märkte zu konzentrieren. Käufer ist der britische Lebensmittel-Großhändler Booker. An der Börse bescherte die Entscheidung dem Konzern deutliche Kursgewinne.

    Koch begründete den Schritt mit der unbefriedigenden Entwicklung der 30 Großmärkte der Tochter Makro UK. Die britische Tochter habe Verluste produziert statt der angestrebten Rendite. In Großbritannien seien Markttrends verpasst worden. Das Unternehmen habe zuletzt sogar Marktanteile verloren. Nach dem Verkauf des Sorgenkinds könne sich die Metro (EUREX: MEO.EX - Nachrichten) "noch stärker auf ihre strategischen Kernmärkte konzentrieren", sagte der Manager.

    Die Trennung von der britischen Tochter kommt die Metro allerdings teuer zu stehen. Zwar erhält der Konzern im Gegenzug eine Beteiligung von gut neun Prozent an dem Unternehmen aus Wellingborough und eine Barzahlung von 15,8 Millionen Pfund (19,8 Millionen Euro). Den Gesamtwert der Transaktion bezifferte die Metro auf rund 175 Millionen Euro. Wegen des höheren Buchwerts der britischen Tochter erwartet der Konzern aber dennoch eine Ergebnisbelastung von rund 200 Millionen Euro.

    Koch sagte, die Großhandelssparte Cash & Carry prüfe auch den Rückzug aus einigen anderen unattraktiven Ländern. Doch habe keines der anderen betroffenen Länder eine ähnliche Größe oder Relevanz wie Großbritannien.

    Der neue Metro-Chef hatte dem Konzern schon kurz nach seinem Amtsantritt zum Jahresbeginn eine neue Wachstumsstrategie verordnet. Bei der Großhandelssparte will die Metro künftig das Hauptaugenmerk auf die Kernmärkte China, Frankreich, Deutschland, Italien, Polen, Russland, Türkei und Spanien richten und dort den Umsatz steigern. Die Großhandelssparte erwirtschaftet fast die Hälfte des Umsatzes und des Gewinns des Handelskonzerns.

    Makro UK erwirtschaftete 2011 mit rund 3.000 Mitarbeitern einen Umsatz von 766 Millionen Pfund und machte dabei einen Verlust (Reported Ebit) von 42 Millionen Pfund.

    Booker-Chef Charles Wilson zeigte sich erfreut über den Zusammenschluss: "Die Unternehmen ergänzen sich perfekt." Gemeinsam könnten sie zu einem der führenden Großhändler in Großbritannien werden.

    Die Metro plant nach eigenen Angaben die Booker-Beteiligung über die vereinbarte Sperrfrist von zwölf Monaten hinaus zu halten und ein bedeutender Anteilseigner von Booker zu bleiben. Ziel sei eine strategische Partnerschaft. Weitere Kooperationsmöglichkeiten bei Sortiment, Einkauf, Lieferkette, Eigenmarken und Kundenservice würden geprüft. Der Verkauf an Booker soll im Juli abgeschlossen werden.

    Die Metro-Aktie stieg nach der Ankündigung des Verkaufs bis zum Nachmittag gegen den DAX (Xetra: ^GDAXI - Nachrichten) -Trend um mehr als zwei Prozent.

    dapd

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