DÜSSELDORF. Wie das Handelsblatt aus Branchenkreisen erfuhr, werden die Obergrenzen je nach Unternehmen zwischen zehn Prozent und mehr als 30 Prozent niedriger liegen. Am stärksten ist die Energie Baden-Württemberg (EnBW) betroffen, deren Einnahmen um "deutlich über 30 Prozent" gedeckelt werden, wie ein Sprecher des Unternehmens bestätigte.
Die RWE-Tochter Amprion teilte am Dienstag mit, sie werde ihren Kunden 18,5 Prozent niedrigere Entgelte in Rechnung stellen. Beim Konkurrenten Transpower, der zum Jahreswechsel von Eon (Xetra: ENAG99 - Nachrichten) an die niederländische Tennet veräußert wird, beträgt das Minus den Branchenkreisen zufolge etwa 25 Prozent. Bei Vattenfall ungefähr zehn Prozent. Die Bundesnetzagentur wollte die Zahlen nicht kommentieren.
Die Verbraucher werden davon kaum etwas merken. Grund für die Senkung der Entgelte ist schließlich in erster Linie eine neue Systematik bei der Umlage der Kosten für die staatlich geförderte Einspeisung von erneuerbarer Energie. Die Netzbetreiber müssen zwar auch weiterhin den von Wind- und Solaranlagen produzierten Strom zu festen Vergütungssätzen aufnehmen, obwohl diese deutlich über den Großhandelspreisen liegen. Doch während diese EEG-Kosten bislang über die Netzentgelte abgerechnet wurden, werden sie künftig gesondert als EEG-Umlage von den Vertriebsgesellschaften bei den Verbrauchern eingesammelt und den Netzbetreibern überwiesen. Dies soll die Transparenz über die Bestandteile des Strompreises erhöhen.
Die Erlöse der vier Netzbetreiber werden so zwar um mehrere hundert Millionen Euro sinken. Auf die Rentabilität hat es aber keinen Einfluss. "Letztlich ist es ein kostenneutraler Effekt", erläutert der EnBW-Sprecher.
Die Kürzungen fallen unterschiedlich aus, weil bei einzelnen Netzbetreibern - beispielsweise Vattenfall - auch neue Kosten anerkannt wurden. So akzeptierte die Bundesnetzagentur hohe Investitionen für die Anbindung von Offshore-Windparks.