WAS IHRE FREUNDE LESEN

    "Mobbing" statt Zugeständnissen für Athen

    AKTUELLER KURS

    SymbolKursVeränderung
    MAGOF113,500,00

    Berlin (dapd). Griechenland muss weiter warten: Ministerpräsident Antonis Samaras konnte am Tag nach seinem Berlin-Besuch auch in Paris keine Zugeständnisse erreichen. Frankreichs Staatspräsident François Hollande lehnte jegliche Entscheidung vor der Lektüre des nächsten Experten-Berichts ab. CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt forderte den Euro-Austritt Athens und widersprach damit Äußerungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vom Freitag. Dafür fing er sich eine harsche Rüge von Außenminister Guido Westerwelle (FDP) ein.

    Hollande wollte am Samstag nicht auf Samaras' Hoffnung eingehen, dass Griechenland mehr Zeit für Spar- und Reformbemühungen bekommt. Er sagte, zunächst müsse der Bericht der Experten von EU-Kommission, Internationalem Währungsfonds und Europäischer Zentralbank abgewartet werden. Dieser wird für September oder Oktober erwartet. Auch Merkel hatte am Freitag erklärt, den Troika-Bericht abwarten zu wollen, bevor Entscheidungen fallen.

    Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) dämpfte Athens Hoffnung. "Mehr Zeit heißt im Allgemeinen mehr Geld", sagte Schäuble dem "Tagesspiegel am Sonntag". Ein weiteres Hilfspaket sei "nicht der richtige Weg, um das fundamentale Problem der Eurozone zu lösen".

    Dobrindt schlug eine andere Lösung vor. "Ich sehe Griechenland 2013 außerhalb der Eurozone", sagte er der "Bild am Sonntag". Seiner Überzeugung nach führe an einem Austritt kein Weg vorbei. Anschließend solle das Land wirtschaftlich wieder aufgebaut werden und dann die Möglichkeit haben, zum Euro zurückzukehren. Dobrindts Parteikollege, der Bundestagsabgeordnete Thomas Silberhorn, empfahl im "Focus" einen Euro-Ausstieg nach der laufenden Tourismussaison.

    Die beiden Politiker widersprachen Merkel, die am Freitag nach ihrem Gespräch mit Samaras gesagt hatte: "Ich will, das Griechenland Teil des Euroraums bleibt." Sie kenne niemanden in der schwarz-gelben Regierungskoalition, der dies nicht wolle.

    Außenminister Westerwelle attackierte die beiden CSU-Politiker scharf. "Dieses Mobbing gegen einzelne Länder in Europa - es muss aufhören", sagte er in Berlin. Das "Griechenland-Mobbing" untergrabe die Politik der Bundesregierung und der Kanzlerin und schade so Deutschlands Ansehen in der Welt. "Das fällt uns auf die Füße", warnte Westerwelle. Die Eurozone müsse zusammenbleiben. Außerdem sei es falsch, über Griechenland zu urteilen, bevor der Troika-Bericht vorliege.

    Unterstützt wurde der Minister vom deutschen EU-Kommissar Günther Oettinger. "Man (Other OTC: MAGOF.PK - Nachrichten) darf die Griechen nicht aus der Eurozone hinausdrängen", sagte er dem "Focus". Er rief dazu auf, europafeindliche Töne aus deutschen Wahlkämpfen herauszuhalten.

    Samaras bekräftigte in Paris den Willen seines Landes, die vereinbarten Auflagen zu erfüllen und in der Eurozone zu bleiben. "Ich bin heute hier, um zu sagen, dass es durchhalten wird, dass es in der Eurozone bleiben wird", sagte er über Griechenland. Hollande erklärte das Thema für erledigt. Die Frage nach dem Verbleib im Euro solle nicht mehr gestellt werden, befand er.

    dapd

    Meistgelesene Artikel

    • Der große Test: Auslandsreise-Krankenversicherungen
      Der große Test: Auslandsreise-Krankenversicherungen Klüger kaufen - Fr., 24. Mai 2013 15:25 MESZ
      Der große Test: Auslandsreise-Krankenversicherungen

      Urlaub – die schönste Zeit des Jahres. Wenn man ausgerechnet am Urlaubsort in fernen Ländern krank wird oder bei einem Unfall zu Schaden kommt, ist es besonders wichtig, gut versichert zu sein. Finanztest hat passend zum Beginn der Ferienzeit 40 … Continue reading →

    • Schnäppchen verleiten einen schnell dazu, mehr zu kaufen, als man eigentlich benötigt. (Bild: thinkstock)
      Versteckte Fallen beim Einkauf Kühn empfiehlt - Do., 23. Mai 2013 17:53 MESZ
      Schnäppchen verleiten einen schnell dazu, mehr zu kaufen, als man eigentlich benötigt. (Bild: thinkstock)

      Die meisten von uns denken, sie machen beim Einkaufen oft echte Schnäppchen. Aber einige der so populären „Spartipps“ könnten Sie auf lange Sicht viel kosten. Hier sind fünf versteckte Kostenfallen beim Einkauf - und Wege, wie Sie sie umgehen.

    • Zürich (ots) - Die Mitgliederversammlung wird durch Barbara Schmid-Federer, Präsidentin SRK Kanton Zürich und Nationalrätin, geleitet. Ueli Frauenfelder, Gemeindepräsident, wird eine Grussbotschaft der Gemeinde Andelfingen überbringen. Neu wird Lisa Vettiger als Vertreterin des Jugendrotkreuzes für den Vorstand zur …

    • Düsseldorf (ots) - Der Chef der Wirtschaftsweisen, Prof. Christoph Schmidt, hat die Forderungen der Anti-Euro-Partei Alternative für Deutschland (AfD) scharf kritisiert. "Es fehlt der AfD offensichtlich an ökonomischem und politischem Sachverstand", sagte Schmidt der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post" (Samstagausgabe). …

    • Deutsche Börse AG 24.05.2013 15:52 Dissemination of a Voting Rights Announcement, transmitted by DGAP - a company of EquityStory AG. The issuer is solely responsible for the content of this announcement. Notification of voting rights pursuant to sec. 25a para. 1 WpHG We received the ...

     

    Aktuelle Nachrichten