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HB MüNCHEN. Die Münchener Rück hat im dritten Quartal 2009 wieder schwarze Zahlen geschrieben, die Markterwartungen aber deutlich verfehlt. Der Überschuss habe bei 644 Mio. Euro gelegen, nachdem im Vorjahreszeitraum ein Mini-Verlust von drei Mio. angefallen war, teilte der weltgrößte Rückversicherer am Donnerstag mit. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt mit 700 Mio. Euro Gewinn gerechnet.
Haupttreiber für die Besserung war das Kapitalanlageergebnis, das sich angesichts der Börsenerholung auf 2,23 Mrd. Euro mehr als verdreifachte. Im Vorjahr musste der Dax (Xetra: Nachrichten) -Konzern im Zuge des Börsen-Crashs und der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers noch hohe Abschreibungen verkraften.
Die Münchener Rück ist mit Kapitalanlagen von 182 Mrd. Euro einer der weltgrößten Investoren. Gut zwei Prozent davon sind in Aktien investiert, der Löwenanteil der Gelder steckt in festverzinslichen Wertpapieren. Im Gesamtjahr rechnet das Unternehmen mit einer Rendite auf das Portfolio von gut vier Prozent. "Für die folgenden Jahre gehen wir in einem Niedrigzinsumfeld von einer Rendite von spürbar unter vier Prozent aus", warnte Finanzchef Jörg Schneider.
Der Rückversicherer profitierte zudem davon, dass es nur wenige Großschäden gab. Vor allem die Hurrikan-Saison läuft dieses Jahr bisher glimpflich ab. So kletterte das operative Ergebnis der Kernsparte Rückversicherung im dritten Quartal auf knapp eine Milliarde Euro, nach 147 Mio. im Jahr zuvor.
Insgesamt will die Münchener Rück (Xetra: 843002 - Nachrichten) 2009 netto zwischen 2,2 und 2,5 Mrd. Euro verdienen - nach 1,8 Mrd. Euro in den ersten neun Monaten. Das wären mindestens 700 Mio. Euro mehr als 2008. Die Münchener sind bislang mit verhältnismäßig wenigen Schrammen durch die Finanzkrise gekommen. Daher haben sie ihr zwischenzeitlich auf Eis gelegtes Aktienrückkaufprogramm wieder aufgenommen. Im Oktober wurden eigene Anteilsscheine im Wert von 176 Mio. Euro erworben. Bis zur Hauptversammlung Ende April soll so insgesamt eine Milliarde Euro investiert werden.
Auch der Erzrivale Swiss Re ist im dritten Quartal in die Gewinnzone zurückgekehrt und kam auf ein Nettoergebnis von 334 Mio. Franken (220 Mio. Euro). Allerdings musste der von der Krise viel stärker gebeutelte Konzern erneut fast eine Milliarde Franken abschreiben.