Müller überrumpelt Douglas

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, Montag, 23. November 2009, um 19:34 CET

Douglas (Xetra: 609900 - Nachrichten) meldete am Montag, dass Müller mindestens drei Prozent der Firmenanteile übernommen hat. Der neue Investor (Stockholm: INVE-B.ST - Nachrichten) verfolgt aber noch weitreichendere Ambitionen: Bereits am Wochenende hatte er angekündigt, im großen Stil Douglas-Aktien kaufen und sich unternehmerisch einbringen zu wollen. Damit überraschte er die Gründerfamilie Kreke und offenbar auch den zweiten Großaktionär Oetker. "Das ist ein unfreundlicher Akt", sagte ein Branchenexperte.

Den beiden Unternehmerfamilien hat Müller seine Vorstellungen von einer Zusammenarbeit seiner Drogeriekette mit dem Parfümerie-, Buch- und Süßwarenhändler Douglas bereits diktiert: "Zum Beispiel könnte die Firma Müller künftig die Douglas-Filialen beliefern", sagte er dem Nachrichtenmagazin "Focus". Müller hatte im Herbst ein 55 Mio. Euro teures neues Zentrallager eröffnet, das so besser ausgelastet werden würde. Auch im Einkauf gebe es Synergien. "Die Investition in die Douglas-Aktie sehe ich für mich bereits als zweites Standbein", sagte er.

Douglas wies den Vorschlag am Montag zurück: "Wir sind gut aufgestellt - auch in den Bereichen Einkauf und Logistik", teilte Firmenchef Henning Kreke der FTD in einer schriftlichen Stellungnahme mit. Müller hatte ihn zuvor nicht in die Pläne eingeweiht.

Unklar ist, wie Müller seine Vorstellungen durchsetzen will. Die beiden bisherigen Großaktionäre halten gemeinsam rund 56 Prozent der Anteile. Fraglich ist, was die Schweizer Sarasin-Bank vorhat, die 14 Prozent der Douglas-Aktien zusammengekauft hat. Ein Sprecher betonte am Montag lediglich, dass die Papiere nicht im fremden Auftrag erworben wurden. Die restlichen Anteile sind im Streubesitz.

Die tonangebenden Unternehmerclans zeigten am Montag ihre Verbundenheit: "Die Familien Kreke/Eklöh sowie die Oetker-Gruppe sind seit über 40 Jahren mehrheitlich an der Douglas-Gruppe beteiligt und beabsichtigen, ihre Aktien auch weiterhin langfristig zu halten und das Unternehmen nachhaltig weiterzuentwickeln", schrieb Henning Kreke. August Oetker, persönlich haftender Gesellschafter der Oetker-Gruppe, sagte der FTD: "Wir bleiben bei unserer bestehenden Douglas-Beteiligung von 25,84 Prozent. Derzeit planen wir weder Ver- noch Zukäufe." Oetker hatte den Anteil im vergangenen Jahr mehr als verdoppelt. Die Familien Eklöh/Kreke halten nach eigenen Angaben noch etwa 30 Prozent an Douglas. Firmenchef Henning und sein Vater, Aufsichtsratschef Jörn Kreke, besitzen als größte Einzelaktionäre innerhalb dieser Gruppe zusammen 12,17 Prozent.

Müllers Vorstoß kommt auch deshalb überraschend, weil die Drogeriekette aus Ulm und das Handelsunternehmen aus Hagen in Nordrhein-Westfalen bisher mit unterschiedlichen Konzepten die gleichen Warengruppen anbieten und damit als Konkurrenten auftreten. Müller unterhält die nach Fläche mit Abstand größten Drogerien in Deutschland, deren breites Sortiment weit über das Angebot von etwa Rossmann oder DM (London: DMP.L - Nachrichten) hinausreicht: das Unternehmen bietet etwa Kosmetik, Süßwaren, CDs oder Büroartikel unter einem Dach. Douglas hat ähnliche Angebote auf seine gleichnamigen Parfümerien, die Thalia-Buchhandlungen, Hussel-Süßwaren- und Christ-Schmuckgeschäfte verteilt und bietet dort ein tieferes Sortiment.

Müller kam nach eigenen Angaben im letzten bisher veröffentlichten Geschäftsjahr 2007/08 mit 2,56 Mrd. Euro Umsatz nahe an die 3,14 Mrd. Euro von Douglas heran. Die Drogeriekette leidet aber unter Ertragsrückgang. Vergleichszahlen auf Konzernebene gibt Müller zwar nicht bekannt. Die Gesellschaft für das operativ tätige Geschäft, die zwei Drittel des Umsatzes beisteuert, meldete zuletzt aber einen auf 30,6 Mio. Euro mehr als halbierten Gewinn. Als Begründung verwies das Unternehmen auf Preisdruck durch Konkurrenz und eine Verschiebung zu Produkten mit geringerer Marge. Müller ließ am Montag alle Fragen unbeantwortet.