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    Medien: Huawei Technologies erwägt IPO

    Shenzhen (BoerseGo.de) – Der chinesische Netzwerkausrüster Huawei Technologies mit Sitz in Shenzhen (Provinz Guangdong, China) plant Medienberichten zufolge den Gang an die Börse. Gespräche mit Investmentbanken laufen bereits, wie das Wall Street Journal (WSJ) am heutigen Freitag unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen mitteilte.

    Mit dem Schritt will das Unternehmen transparenter werden und seine Chancen erhöhen auch in Märkten wie den USA große Aufträge zu ergattern, wie die Zeitung berichtet. Die Gespräche mit den Investmentbanken drehen sich derzeit um die Frage wie der IPO ablaufen, an welchem Markt der Telekom-Ausrüster notiert werden könnte und welche Anforderungen für diesen Schritt notwendig sind. Eine Entscheidung einen IPO auch wirklich durchzuführen oder die Auswahl einer Bank die den möglichen Börsengang begleiten soll wurde noch nicht gemacht, wie die informierten Personen weiter mitteilten.

    Auch ein möglicher Zeitplan für den Börsengang wurde noch nicht aufgestellt, jedoch präferiert das 1988 gegründete Unternehmen die Notierung an einer US-Börse vor der Notierung in Hongkong oder London. Huawei-Sprecher William Plummer teilte in Bezug auf die Medienberichte mit, dass man Marktgerüchte nicht kommentieren will. "Aber wenn ein solcher Schritt stattfindet, dann nur wenn es wirtschaftlich einen Sinn macht“, sagte Plummer.

    Huawei ist in den letzten zehn Jahren deutlich gewachsen und zum zweitgrößten Telekom-Ausrüster der Welt, nach dem schwedischen Unternehmen Ericsson, aufgestiegen. Aber Sicherheitsbedenken von Auftraggebern in den USA, Australien und anderen Ländern, dass Huawei mit dem chinesischen Militär verbunden ist, haben dem Konzern in der Vergangenheit den Zugang zu großen Aufträgen verwehrt. Die Sorge ist dabei, dass das chinesische Militär die Produkte Huaweis verwenden könnte um in Kommunikationsnetze anderer Länder einzudringen oder diese zu unterbrechen. Daher hatte das Management in der Vergangenheit bereits angeboten Kontrollen von dritten Parteien im Unternehmen zulassen zu wollen um die Befürchtungen zu zerstreuen.

    Diese Sorgen könnten aber leicht mit einem Börsengang beseitigt werden, ein Schritt der in den Managementetagen des Konzerns im letzten Jahr heftig diskutiert worden ist. Die Argumente für einen IPO wären die Offenlegung der Aktionärsstruktur, die Quellen der Umsätze, mögliche Risikofaktoren und die vorhandene oder nicht vorhandene Verknüpfung mit der Regierung in Peking. Aber Huawei muss nicht zwingend diesen Schritt gehen. Bereits in der Vergangenheit wurde bei Huawei über einen möglichen Börsengang diskutiert, jedoch entschied sich das Management dann gegen diese Option, wie eine mit der Angelegenheit vertraute Person weiter mitteilte.

    Huawei wurde 1987 in Shenzen, (Provinz Guangdong, China) von dem Geschäftsführer Ren Zhengfei, einem Ingenieur und ehemaligen Mitglied der chinesischen Volksbefreiungsarmee (im Militärdienst von 1974 bis 1983), gegründet. Im letzten Jahresbericht teilte Huawei mit, dass es eine Privatgesellschaft ist, die vollständig den über 65.000 Mitarbeitern gehört. Im Vorjahr 2011 wies Huawei einen Nettogewinn von 1,85 Milliarden Dollar und einen Umsatz von 32,4 Milliarden Dollar aus.

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