New York (BoerseGo.de) - Nach Einschätzung des für seine düsteren Prognosen bekannten Finanzexperten Marc Faber wird es an den Aktienmärkten bald zu einer deutlichen Korrektur kommen. Er rechnet mit einem Rückgang von 20 Prozent. " Ich glaube nicht, dass die Märkte wegen Griechenland auf Talfahrt gehen, ich gehe nicht davon aus, dass die Korrektur etwas mit der Fiskalklippe zu tun hat - weil es gar keine Fiskalklippe geben wird. Die Märkte werden abtauchen, weil die Unternehmensergebnisse enttäuschen werden, die Weltwirtschaft im kommenden Jahr kaum wachsen oder sogar schrumpfen werde. Das ist der Grund, warum wir vom Hoch des S&P 500 bei 1.470 Punkten eine Korrektur von mindestens 20 Prozent sehen werden. Als Beispiel führte er die Aktie der kalifornischen Hightech-Schmiede Apple an, deren Kurs nach enttäuschenden Quartalszahlen um 20 Prozent verlor. Auch schwache Zahlen von Amazon.com, McDonald's oder Google haben sich jüngst negativ auf die Stimmung der Investoren niedergeschlagen. Faber sagte weiter, dass die Fiskalklippe - also Steuererhöhungen und automatische Ausgabenkürzungen - nur zu geringen Steuerhöhungen innerhalb der nächsten fünf Jahre und einigen Ausgabenkürzungen innerhalb der nächsten hundert Jahre führen werden.
Was die USA brauche, sei schmerzvoll. Dies werde hinreichend demonstriert durch die Sparmaßnahmen der Eurozone, durch welche mit einem gemischtem Maß an Erfolg versucht werde, die ausufernden Haushaltsdefizite einzugrenzen. "Es wird schmerzvoll werden und zwar sehr substanziell. Die Frage geht dahin, ob wir den Schmerz jetzt durch Sparsamkeit verringern oder den kompletten Zusammenbruch der Gesellschaft in einer Zeitspanne von fünf bis zehn Jahren riskieren", so Faber mit der Bemerkung, dass es an politischem Willen fehle, den US-Haushalt in den Griff zu bekommen. Faber fügte noch hinzu:" In einer Demokratie ist man nicht bereit, den Weg des Schmerzes zu wählen, vielmehr schiebt man die Probleme vor sich her, die dabei größer und größer werden."

