MAN-Chef Samuelsson tritt zurück

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Montag, 23. November 2009, um 18:55 CET

München (ddp) MAN-Vorstandschef Hakan Samuelsson hat überraschend sein Amt niedergelegt. Er wolle mit seiner Entscheidung dazu beitragen, dass sich MAN wieder auf sein Kerngeschäft konzentrieren könne, teilte der Lkw- und Motorenbauer am Montag in München mit. Samuelsson werde den DAX (Xetra: Nachrichten) -Konzern auf eigenen Wunsch mit sofortiger Wirkung verlassen. Zum kommissarischen Nachfolger wurde Georg Pachta-Reyhofen bestellt. Er soll die Aufgabe zusätzlich zu seiner Funktion als Vorstandschef von MAN Diesel übernehmen. Das «Handelsblatt» berichtete in seiner Online-Ausgabe unter Berufung auf Unternehmenskreise, dass Samuelsson über die Schmiergeldaffäre des Konzerns gestürzt sei. Ein Konzernsprecher wollte sich zu dem Vorwurf nicht äußern.

In der Erklärung Samuelssons hieß es weiter, er sei überzeugt, dass es «zum Wohle des Unternehmens einen personellen Neuanfang auf höchster Ebene geben sollte» Das Präsidium des Aufsichtsrats dankte dem Manager für die jahrelang geleistete Arbeit. Der Schwede stand seit Anfang 2005 an der Spitze des Konzerns.

Nachdem Vorwürfe bekannt geworden waren, dass MAN die Verkäufe seiner Lastwagen und Busse mit Bestechungsgeldern in Millionenhöhe angekurbelt hat, mussten mehrere hochrangige Konzernmanager ihre Posten räumen Es gebe jedoch keinen strafrechtlichen Vorwurf gegen Samuelsson, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft in München.

Laut «Handelsblatt» haben interne Erkenntnisse zu einer Neubewertung der Rolle Samuelssons geführt Demnach sei er zwar nicht juristisch, allerdings politisch mitverantwortlich. Der einflussreiche Aufsichtsratsvorsitzende des MAN-Großaktionärs Volkswagen (Xetra: 766400 - Nachrichten) , Ferdinand Piech, habe die Situation genutzt, sich von Samuelsson zu trennen, hinter dem er schon länger nicht mehr gestanden habe.

Dem Bericht zufolge wurde die Trennung intern bereits Ende vergangener Woche verkündet Während der MAN-Sprecher zu den im «Handelsblatt» genannten Gründen keine Stellung nehmen wollte, dementierte er, dass der Rücktritt bereits vergangene Woche verkündet worden sei.

Großaktionär Volkswagen, der eine Allianz seines Nutzfahrzeuggeschäfts mit MAN und dem schwedischen Lkw-Hersteller Scania (Stockholm: SCVB.ST - Nachrichten) anstrebt, wollte Samuelssons plötzlichen Abgang nicht kommentieren

Die IG Metall begrüßte den Rücktritt Manager müssten die politische Verantwortung für gravierendes Fehlverhalten oder Missstände in ihrem Zuständigkeitsbereich übernehmen und entsprechende Konsequenzen ziehen, teilte die Gewerkschaft mit. «Bei einem Manager wie Herrn Samuelsson ist die politische Verantwortung im Gehalt inbegriffen», sagte der bayerische IG-Metall-Bezirkschef Werner Neugebauer und betonte: «Mit dem Rücktritt wird nach der Korruptionsaffäre der Weg frei für einen unbelasteten Neuanfang.»

(ddp)