Der Chef des Nutzfahrzeugkonzerns MAN , Hakan Samuelsson, nimmt seinen Hut. Samuelsson werde das Unternehmen auf eigenen Wunsch mit sofortiger Wirkung verlassen, teilte MAN am
Montag in München mit. Einen Nachfolger gibt es noch noch nicht. Kommissarisch wird das Amt Georg Pachta-Reyhofen übernehmen, der Chef der Dieselmotorensparte.
Er "will mit seiner Entscheidung dazu beitragen, dass sich die MAN-Gruppe wieder zügig voll und ganz ihren Kerngeschäften und ihrer weiteren Unternehmensentwicklung widmen kann", teilte der Lastwagenhersteller mit. "Samuelsson ist zu der Überzeugung gekommen, dass es zum Wohle des Unternehmens einen personellen Neuanfang auf höchster Ebene geben sollte." Nähere Angaben machte das Unternehmen zunächst nicht. MAN kämpft seit Mai mit einer Schmiergeldaffäre. Die Staatsanwaltschaft geht dabei dem Verdacht nach, dass vor allem im Lastwagen-Geschäft Verkäufer in den Niederlassungen Bestechungsgelder an Mitarbeiter von
MAN-Kunden zahlten, um den Verkauf anzukurbeln.
Die Ermittler haben weit mehr als 100 Beschuldigte im Visier. Das Geld soll teils über
Konten von Angehörigen und Freunden der Empfänger geflossen sein. Seitdem musste bereits eine Reihe von Führungskräften bei MAN gehen, darunter der Vertriebsvorstand von MAN Nutzfahrzeuge, Peter Erichreineke.