HONGKONG (Dow Jones) - Schwache US-Arbeitsmarktzahlen und negative Konjunkturzahlen aus China sorgen an den asiatischen Börsen zu Wochenbeginn für einen kollektiven AUsverkauf. Bei den Investoren verstärkten sich die Bedenken bezüglich der globalen Konjunkturentwicklung, was zu massiven Umschichtungen in die "sicheren Häfen" führe, heißt es. So ist in China der Einkaufsmanger-Index für das Nicht-Verarbeitende Gewerbe im Mai den zweiten Monat in Folge gefallen - ein weiteres Anzeichen für eine Abschwächung in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt.
Dazu kommt die Schuldenkrise in der Eurozone, die weiterhin das Sentiment belastet. In Tokio fällt der Topix-Index auf den niedrigsten Stand seit 1983 und der Hang-Seng-Index in Hongkong hat mit den Verlusten am Berichtstag die Gewinne des Gesamtjahres wieder abgegeben.
Die US-Arbeitsmarktdaten waren am Freitag so schlecht ausgefallen wie selten. Mit einem Stellenzuwachs von nur 69.000 im Mai wurde die Erwartung von plus 155.000 deutlich verfehlt - und das bereits zum dritten Mal in Folge. Der Stellenaufbau war zugleich der niedrigste seit einem Jahr. Dazu wurden auch noch die Vormonatsdaten nach unten revidiert. Mit einem Wert von 8,2 Prozent stieg zudem die Arbeitslosenquote erstmals seit einem Jahr wieder an.
"Wir sehen derzeit einen synchronisierten Abschwung der Welt-Konjunktur. Die Frage ist nun, ob die Märkte weiter nachgeben oder aber mit der Hoffnung auf ein politisches Eingreifen zu einer Gegenbewegung ansetzen", meint Chris Weston, Händler von IG Markets.
Asiatische Fondsmanager haben laut einer Umfrage von Dow Jones Newswires vom 1. Juni die Einstufung für den Aktienmarkt auf "Sligthly Underweight" von "Neutral" gesenkt. Verwiesen wird zur Begründung vor allem auf die weiter schwelende Schuldenkrise in der Eurozone.
In Tokio stehen mit dem starken Yen die Exportwerte unter Abgabedruck. Hier komme es zudem zu verstärkten Umschichtungen in defensive Werte aus dem Lebensmittel- und Pharmasektor, heißt es. Honda fallen um 2,7 Prozent und Canon verlieren 4 Prozent. Im Gegenzug steigen Ajinomoto um 2,6 Prozent. "Das Schicksal der Märkte liegt nun in den Händen der Politik", sagt ein Händler.
Die Aktien von Sony fielen zur Eröffnung in Tokio erstmals seit 32 Jahren unter die Marke von 1.000 Yen, liegen mittlerweile aber wieder leicht über diesem Niveau. Auch Panasonic sind zwischenzeitlich auf ein 32-Jahrestief gefallen. Allerdings deute derzeit eine Reihe von technischen Indikatoren darauf hin, dass das Schlimmste vorbei sein könnte, gibt sich ein Teilnehmer optimistisch.
Auch in China geben die Kurse auf breiter Front nach. Hier stehen vor allem die Öl- und Rohstoffwerte unter Abgabedruck wegen fallender Rohstoffpreise und einer sinkenden Nachfrage. So geben PetroChina um 1,3 Prozent und Jiangxi Cooper um 2,4 Prozent nach. Ein Fall des Shanghai-Composite-Index unter die wichtige Unterstützung bei 2.300 Punkten wird allerdings von Analysten nicht erwartet. Für diesen Fall werde mit stützenden Maßnahmen durch die chinesische Regierung gerechnet.
Der Dollar erholt sich zu Wochenbeginn leicht gegenüber dem Yen. Grund sind Spekulationen um mögliche Interventionen der Bank of Japan (BoJ) zu einer Abschwächung der japanischen Währung. Der japanische Finanzminister hatte am Freitag angekündigt, den Wechselkurs des Yen genau beobachten zu wollen, da dieser offenbar stark von Spekulationen getrieben werde. Am Mittwoch war die Devise erstmals seit Februar unter die Marke von 79 Yen je Dollar gefallen. Aktuell notiert der Greenback bei 78,18 Yen.
INDEX Stand +- in % Handelsende aktuell (MESZ) S&P/ASX 200 (Sydney) 3.992,20 -1,76% 08.00 Nikkei-225 (Tokio) 8.254,12 -2,21% 08.00 Kospi (Seoul) 1.778,76 -3,04% 08.00 Shanghai-Composite (Schanghai) 2.331,25 -1,78% 09.00 Hang-Seng-Index (Hongkong) 18.119,01 -2,37% 10.00 Straits-Times (Singapur) 2.706,63 -1,42% 11.00 DEVISEN zuletzt +/- % 0.00 Uhr Fr, 10.00 Uhr EUR/USD 1,2402 -0,3% 1,2440 1,2347 EUR/JPY 96,9373 -0,3% 97,1929 96,89489 USD/JPY 78,1650 +0,1% 78,0855 78,485 USD/KRW 1182,5000 +0,2% 1182,5000 1177,45 USD/CNY 6,3724 +0,1% 6,3724 6,3724 AUD/USD 0,9648 -0,6% 0,9705 0,967555 DJG/DJN/ros/gos
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