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    Leuchtenhersteller Hess drohen hohe Forderungen von Aktionären

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    Hamburg (dapd). Auf den insolventen Leuchtenhersteller Hess könnten hohe Forderungen enttäuschter Aktionäre zukommen. Das Unternehmen war im Oktober möglicherweise mit falschen Informationen an die Börse gegangen. Nach wie vor bestehe der Verdacht, dass die Vermögens- und Ertragslage im zugehörigen Prospekt falsch dargestellt wurde, erklärte die Verbraucherzentrale für Kapitalanleger (VzfK) am Freitag in Berlin. Aktienbesitzer und Anleger, die ihre Papiere schon verkauft haben, könnten möglicherweise jetzt Ansprüche anmelden.

    Denn der Unternehmenswert sank seit dem Börsengang rapide. Insgesamt wurden 2.645.000 Aktien mit 15,50 Euro je Stück platziert. Doch am 13. Februar betrug der Wert nur noch rund 80 Cent. "Wer seine Aktien bereits wieder verkauft und dabei einen Verlust erlitten hat, bekommt unter Umständen die dabei realisierten Verluste ersetzt", erklärte die VzfK. Wer seine Aktien immer noch halte, könne möglicherweise den Kaufpreis plus mit dem Erwerb verbundene Kosten verlangen.

    Die VzfK prüfe gegenwärtig für verschiedene Aktionäre und ehemalige Aktionäre mögliche Ansprüche. Sie bot auch anderen Aktionären ihre Unterstützung an.

    Ex-Chef Hess meldet sich erstmals zu Wort

    Unterdessen meldete sich erstmals Ex-Chef Christoph Hess nach seinem Rauswurf zu Wort und erhob schwere Vorwürfe. "Die jetzigen Verantwortlichen haben nach meinem Rauswurf von vornherein auf die Insolvenz zugearbeitet", sagte Hess (Berlin: HEAG.BE - Nachrichten) der "Wirtschaftswoche". Als Grund vermutet er wirtschaftliche Interessen. Er selbst hielt zuletzt knapp 40 Prozent der Hess-Anteile.

    "Es gab in den letzten drei Wochen Gespräche, in denen immer wieder verlangt wurde, dass ich meine Anteile hergebe. Als Sanierungsbeitrag, treuhänderisch an Berater des neuen Chefs Till Becker und so weiter", sagte er.

    Das Unternehmen aus Villingen-Schwenningen hatte am Mittwoch wegen Zahlungsunfähigkeit Insolvenz angemeldet. "Hess hat seit 2009 Jahr für Jahr mehr Geld ausgegeben als eingenommen", erklärte das Unternehmen. "Die von den ehemaligen Vorstandsmitgliedern angekündigte Strategie gründete auf Wachstumsprognosen, die sich als unrealistisch herausgestellt haben", betonte das Unternehmen. Es drohe ein Verlust für 2013 von bis zu zwölf Millionen Euro.

    Der Mittelständler, der weltweit Straßenbeleuchtungen liefert, hatte im Januar seine beiden Vorstände rausgeworfen. Sie sollen die Bilanz geschönt haben, lautet der Vorwurf. In dem Fall ermittelt auch die Staatsanwaltschaft.

    dapd

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