WAS IHRE FREUNDE LESEN

    Langer Atem für die Karriere – Was Berufstätige von Marathonläufern lernen können

    Viele Top-Manager laufen Marathon. Und das nicht ohne Grund: Lauftrainer und Coach Andreas Butz verrät auf Yahoo! Finanzen, welche Vorteile der Sport in der Arbeitswelt bringt.

    Langer Atem für die Karriere – Was Berufstätige von Marathonläufern lernen können (Bild: thinkstock)Gerade hat es Andreas Butz wieder getan: In England lief er seinen 100. Marathon. Drei Stunden und 35 Minuten brauchte er für 42,1 Kilometer, doch die Zeit findet der Motivationsexperte und Lauftrainer gar nicht so entscheidend. Wie vielen Läufern geht es ihm, trotz seiner guten Laufzeit, mehr darum, dabei gewesen zu sein. Andreas Butz teilt seine Begeisterung mit vielen Führungskräften, die wie er selbst Marathon laufen. „Ich habe mich gefragt, warum so viele Top-Manager und Unternehmer diesen zeitintensiven Sport betreiben“, sagt er im Gespräch mit Yahoo! Finanzen.

    Immerhin müsse man als Marathon-Läufer mindestens drei Mal pro Woche für eine Stunde oder mehr trainieren, und das neben einem stressigen 60-Stunden-Arbeitsalltag. Aus den bislang geführten Gesprächen und seiner eigenen Lebenserfahrung kommt er zu dem Ergebnis, dass das Laufen einen positiven Effekt auf die Karriere hat.

    Körperliche Fitness wirkt sich positiv auf den Job aus
    „Beim Marathon lernt man viel über Selbstführung“, erläutert Andreas Butz. Immer wieder gehe es darum, sich zu motivieren und den inneren Schweinehund zu überwinden. „Zugleich profitiert der Läufer auch im Beruf von der körperlichen Fitness, zum Beispiel durch eine bessere Konzentrationsfähigkeit und mehr Kreativität“, sagt Andreas Butz. Die Anmeldung zum Marathon wirke als Sinngeber und Motivationsspender im Training. „Man ist gezwungen, sich regelmäßig Zeit für sich selbst und die eigene körperliche Fitness einzuräumen“, sagt der Marathon-Experte und Buchautor.

    Marathon als Instrument des Selbstmarketings

    Auch nach außen wirkt sich das Marathon-Laufen positiv aus. „In vielen Artikeln über Führungskräfte lesen Sie Formulierungen wie ‚der Unternehmer und Marathon-Läufer’. Der Sport wird also zum Selbstmarketing eingesetzt“, sagt Andreas Butz. Läufer gelten als zielstrebig, hartnäckig und leistungsfähig. Der lange Atem, den sie in ihrem Hobby beweisen, überträgt sich auf die Leistungen im Arbeitsleben. „So wird sich ein Unternehmen im Bewerbungsverfahren gerne für einen Marathonläufer entscheiden, weil sich seine Power vermutlich auch auf die Arbeit überträgt“, sagt Andreas Butz.

    Teamgeist durch Staffelläufe steigern

    Es müssen jedoch nicht immer 42,1 Kilometer sein, weiß Andreas Butz. „Viele Firmen nehmen mit ihren Mitarbeitern an Staffelläufen teil, bei denen das Team die Strecke unter sich aufteilt“, sagt er. Das fördere den Teamgeist und schaffe Nähe: Komponenten, die im Berufsalltag wichtig sind und zeigen, dass man sich auf die Kollegen verlassen könne. Zugleich zwinge die Anmeldung zum Lauf die Mitarbeiter zu einer gesunden Lebensweise und zum Trainieren, wovon der Arbeitgeber ebenfalls profitiert.

    Firmen profitieren von sportlichem Image

    Dass der Lauf-Sport ein positives Image transportiert, sieht man laut Andreas Butz anhand der Sponsoren. Ein bekannter Autohersteller unterstreiche beispielsweise sein sportliches Image, indem es ein großes Lauf-Event sponsore. „Das hilft der Firma letztlich auch dabei, sportliche und leistungsfähige Mitarbeiter zu werben und gibt ihr dadurch einen Vorsprung bei dem Kampf um High Potentials“, betont Butz.

    Lesen Sie auch: Spanien immer tiefer in der Klemme

    Krise als Chance

    Oft sind es kleine oder größere Krisen, die beruflich erfolgreiche Menschen zum Marathonlaufen bringen. Andreas Butz, der selbst in der Vorstandsetage großer Unternehmen arbeitete, erlitt vor zwölf Jahren einen Hörsturz. Er setzte ein Jahr aus und beschäftige sich mit der Gesundheit und dem Gesundwerden. Auf diese Weise kam er zum Marathon und später zum Coaching. „Es müssen aber nicht immer so drastische Einbrüche sein“, sagt er. Manchmal sei es „nur“ eine mit einer Mid-Life-Crisis einhergehende Unzufriedenheit mit dem eigenen Aussehen und der mangelnden Fitness, die Manager zum Laufen bringe. All das gelte vor allem für Schreibtischtäter, also für Menschen, die im Handel, in der Wirtschaft oder in der Wissenschaft arbeiten. Andreas Butz sagt: „Jemanden, der körperlich ohnehin schwer arbeiten muss, wird man wohl kaum dafür gewinnen, Marathon zu laufen.“


    Meistgelesene Artikel

     

    Aktuelle Nachrichten