München (dapd). Der frühere bayerische Wirtschaftsminister Otto Wiesheu (CSU) hat nur einen kurzen Zeugenauftritt im Schmiergeldprozess gegen den ehemaligen BayernLB-Manager Gerhard Gribkowsky gehabt. Gerade einmal rund 20 Minuten wurde Wiesheu am Dienstag vor dem Landgericht München befragt. Um die Korruptionsvorwürfe gegen Gribkowsky ging es dabei nicht.
Der CSU-Politiker war als ehemaliges Verwaltungsratsmitglied der BayernLB geladen. Wiesheu berichtete, wie er im Jahr 2002 Gribkowsky für eine führende Position bei der Landesbank empfohlen hatte. Bei Gesprächen über die Rettung von bayerischen Unternehmen habe er den Angeklagten, der damals für die Deutsche Bank tätig war, als "zähen und harten Verhandler" kennengelernt.
Bei einem persönlichen Gespräch habe Gribkowsky ihm erklärt, dass er sich einen Wechsel zu einer Landesbank vorstellen könne. Daraufhin habe er den Kontakt zum damaligen Chef der BayernLB, Werner Schmidt, hergestellt. Er habe Schmidt gesagt, "er soll ihn sich mal anschauen". Auf die Frage der Verteidigung, ob er den Angeklagten habe empfehlen können, sagte Wiesheu: "Wenn ich den Gribkowsky für eine Pfeife gehalten hätte, hätte ich nicht den Kontakt hergestellt."
2003 wurde Gribkowsky dann Vorstandsmitglied der Landesbank. Mit seiner Verpflichtung habe er nichts mehr zu tun gehabt, sagte Wiesheu.
Gribkowsky ist wegen Bestechlichkeit, Untreue und Steuerhinterziehung angeklagt. Er soll beim Verkauf der Formel-1-Anteile der Bayerischen Landesbank an einen Investor von Formel-1-Chef Bernie Ecclestone und dessen Familienstiftung 44 Millionen Dollar Bestechungsgeld erhalten haben.
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