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Kommt die Jahresendrally?

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Freitag, 6. November 2009, um 18:00 CET

HB FRANKFURT. "Es sieht so aus, dass Anleger wieder vorsichtiger und vermehrt auf Sicht fahren. Dahinter dürfte die Einschätzung stehen, dass von den Kapitalmarktakteuren bereits ausreichend Vorschusslorbeeren verteilt wurden", sagt Kapitalmarktanalyst Dennis Nacken von Allianz Global Investors. Helaba-Marktstratege Markus Reinwand sieht für die kommende Woche Chancen für eine weitere Erholung des Dax (Xetra: Nachrichten) , der in den vergangenen Tagen insgesamt ein halbes Prozent zulegte.

Hierzu müsse sich allerdings die durch die Frühindikatoren signalisierte Erholung etwa in den Daten zum deutschen Bruttoinlandsprodukt niederschlagen: Die vorläufigen Daten zur Wirtschaftsleistung der Bundesrepublik im dritten Quartal werden ebenso wie die erste Schätzung zum Bruttoinlandsprodukt der Euro-Zone am Freitag veröffentlicht. Zudem dürften die Anleger zum Wochenausklang ihr Augenmerk auf den von Reuters und der Universität Michigan ermittelten Index für das US-Verbrauchervertrauen im November richten. Bereits am Dienstag wird der ZEW-Konjunkturbericht für November veröffentlicht.

Hohe Erwartungen an Konjunkturdaten bergen Enttäuschungspotenzial

Von den Unternehmensbilanzen erwartet Index-Experte Carsten Klude von MM Warburg indes keine weiteren Impulse mehr. In der kommenden Woche legen noch die Dax-Konzerne Allianz, Henkel (Xetra: 604840 - Nachrichten) , Eon (Xetra: ENAG99 - Nachrichten) , RWE (Xetra: 703712 - Nachrichten) und Salzgitter Zahlen vor. Zudem veröffentlichen eine Reihe von Unternehmen aus der zweiten Reihe wie etwa die Aareal-Bank ihre Zwischenberichte. Auch von Firmen aus der Solarbranche werden Zahlen erwartet.

Allianz erneut mit Milliardengewinn erwartet

Europas größter Versicherer Allianz hat im dritten Quartal nach Einschätzung von Experten erneut einen Milliardengewinn erzielt. Die zehn von der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX befragten Analysten rechnen im Schnitt mit einem Überschuss von 1,2 Milliarden Euro, nachdem die Finanzkrise und die Probleme der verstoßenen Tochter Dresdner Bank der Allianz ein Jahr zuvor einen Milliardenverlust eingebrockt hatten. Damit hätte der Konzern seit Januar bereits 3,1 Milliarden Euro verdient. Die Allianz will ihre Quartalszahlen am Montag (9. November) vorlegen. Mit Spannung dürften die Anleger darauf schauen, ob die Allianz nach gut zehn Monaten eine Gewinnprognose für das Gesamtjahr wagt.

Nach Einschätzung von Marc-Gregor Czaja von der LBBW hat sich in den Zwischenberichten bislang abgezeichnet, dass die deutschen Unternehmen zwar bei der Kostenkontrolle sehr gut dabei sind. "Auf der Umsatzseite sind die Zahlen aber gleichzeitig tendenziell enttäuschend, in der Summe wurden die bereits nicht ambitionierten Erwartungen deutlich enttäuscht." Einen weiteren Abwärtstrend am Aktienmarkt erwartet er jedoch nicht: "Dort, wo wir jetzt stehen, ist der Boden gefunden."

Experten sind sich uneins

Uneins sind sich die Analysten hinsichtlich der weiteren Entwicklung am deutschen Aktienmarkt: Die Erwartungen reichen hier von einer leichten Abwärtstendenz bis zu einer Jahresendrally. MM Warburg-Experte Klude rechnet mit einer Seitwärtsbewegung. Ziel sei es nun vielmehr, Erreichtes zu sichern.

Die Analysten der Commerzbank (Xetra: 803200 - Nachrichten) glauben indes, dass der Risikoappetit an den Märkten in den kommenden Monaten weiter zunehmen wird und eine Jahresendrally bevorsteht. Die Sentimentindikatoren zeigten, dass sich ein gesunder Nährboden an Pessimismus gebildet habe, der für einen neuen Dax-Aufwärtsschub notwendig sei. Die Analysten halten daher bis Jahresende einen Anstieg des Dax auf 6100 Zähler für wahrscheinlich.

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