Mo., 21. Mai 2012, 07:56 MESZ - Deutsche Märkte öffnen in 1 Stunde 4 Minute

Entdecken Sie Yahoo! mit Ihren Freunden

Entdecken Sie Nachrichten, Videos und andere Inhalte, die Ihre Freunde gelesen oder gesehen haben. Welche Ihrer Aktivitäten andere sehen, bestimmen Sie alleine.

Zuerst

WAS IHRE FREUNDE LESEN

    Kartellamt und Autofahrerlobby greifen Ölkonzerne an

    AKTUELLER KURS

    SymbolKursVeränderung
    MAGOF.PK130,000,00

    Berlin/München (dapd). Die Diskussionen wegen der Rekordpreise für Benzin und Diesel halten an. Kartellamtspräsident Andreas Mundt und der Auto Club Europa (ACE) nehmen jetzt die Ölkonzerne ins Visier. Derweil fordern erste Koalitionspolitiker Steuerentlastungen für Autofahrer. Für Superbenzin müssen diese derzeit über 1,60 und für Diesel mehr als 1,50 Euro je Liter berappen.

    "Der Markt wird von fünf großen Mineralölkonzernen gemeinsam beherrscht, die sich gegenseitig wenig Wettbewerb machen", sagte Mundt der "Rheinischen Post" (Donnerstagausgabe). In diesem Oligopol seien die Konzerne in der Lage, Preissteigerungen im Großhandel an die Verbraucher weiterzugeben.

    Das Kartellamt könne zwar keine verbotenen Preisabsprachen nachweisen, sagte Mundt. Die Konzerne seien aber allein durch ihre "Reaktionsverbundenheit" in der Lage, den Preiswettbewerb auszuschalten.

    Autoclub sieht keinen triftigen Grund für Preisanstiege

    Der ACE warf den Ölkonzernen Trickserei vor. Sie hätten "ohne triftigen Grund die Gewinnspannen für Mineralölprodukte massiv in die Höhe getrieben" und würden so die Kunden über den Tisch ziehen. Die "exorbitanten Preisaufschläge" ließen sich nicht mit gestiegenen Handelspreisen für Rohöl rechtfertigen.

    Der ACE schätzt, dass die Differenz zwischen Ein- und Verkaufspreis bei Markentankstellen derzeit mehr als zehn Prozent beträgt. Der Autoclub forderte die Ölkonzerne auf, ihre Preisberechnungen offen zu legen.

    Der stellvertretende Vorsitzende der Unions-Arbeitnehmergruppe im Bundestag, Karl Holmeier (CSU), sagte der "Bild"-Zeitung: "Die Zeit ist reif, um die Entfernungspauschale auf 40 Cent zu erhöhen. Die Finanzierung sollte aus den zusätzlichen Mehrwertsteuereinnahmen durch die gestiegenen Benzinpreise erfolgen. Steigt der Spritpreis um zehn Cent, nimmt der Staat 1,9 Cent pro Liter zusätzlicher Mehrwertsteuer ein. Dieses Geld sollten wir den Pendlern zurückgeben."

    Linke-Chef Ernst will direkt gezahltes Pendlergeld

    Auch der Chef der Linkspartei, Klaus Ernst, forderte eine erhöhte Pendlerpauschale von 45 Cent pro Kilometer. "Wir brauchen außerdem für die kommenden Jahre einen Systemwechsel. Die Pauschale muss in ein direkt gezahltes Pendlergeld umgewandelt werden, damit auch Niedrigverdiener profitieren", sagte Ernst der "Rheinischen Post". Ernst berief sich auf Angaben des Statistischen Bundesamtes, wonach der Benzinpreis seit Januar 2004 um knapp 50 Prozent gestiegen ist, die Pendlerpauschale seitdem aber unverändert bei 30 Cent pro Kilometer liegt.

    Bereits am Mittwoch hatten ADAC, Bund der Steuerzahler und die Mittelstandsvereinigung BVMW eine Anhebung der Pendlerpauschale gefordert. Die Preise für Kraftstoffe liegen derzeit auf Rekordniveau. Nach Angaben des ADAC werden für Super E10 derzeit im Schnitt 1,63 Euro verlangt, für Diesel 1,52 Euro. Eine ADAC-Sprecherin sagte am Donnerstag: "Wir befürchten, dass die Preise auch weiterhin auf hohem Niveau bleiben werden."

    Saar-CDU will Benzinsteuern senken

    Die Saar-CDU hingegen will den Steueranteil beim Benzin reduzieren. Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer sagte der "Bild"-Zeitung: "Statt die Pendlerpauschale zu erhöhen, müssen die Benzinsteuern gesenkt werden. Davon profitieren mehr Bürger - auch die Mutter, die ihr Kind zur Kita fahren muss."

    Der Verkehrsausschussvorsitzende im Bundestag, Anton Hofreiter (Grüne), findet die Spritpreise für die Autofahrer hingegen zu niedrig. "Das Benzin ist offenbar immer noch zu billig. Man (Other OTC: MAGOF.PK - Nachrichten) muss bei uns für den Kauf eines Liters Benzin kaum länger arbeiten als in den 50er Jahren", sagte Hofreiter der Zeitung "Die Welt". Der Rohölpreis werde aber weiter steigen. "Die Gefahr ist deshalb groß, dass Autofahren zum Luxus wird", sagte Hofreiter.

    dapd

     

    1 Kommentar

    • sissi bodo  •  vor 2 Monaten
      Hallo die größten Geldeintreiber ist unser Staat der hat doch die meisten Einnahmen vom Kraftstoff.
      Am 1 . 3 ein Tag nicht Tanken ist gut, nur sollte es eine Woche mindestens sein und alle Tankstellen müßten blockiert werden.
      • Thomas vor 2 Monaten
        es bringt nichts, wenn man einen tag land nichts tankt und dann am nächsten tag alles nachgeholt wird...das fahrverhalten müsste sich mal ändern
      • 21h46 vor 2 Monaten
        das Fahrverhalten müsste sich mal ändern,
        Das wäre zu schön,aber das kann man nicht von den Deutschen verlangen,20om zum Bäcker zu Fuß, NEIN für was habe ich einen Audi Q7

    Meistgelesene Artikel

    • Griechenland: Verwirrung um angeblichen Merkel-Vorschlag

      Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat nach offiziellen griechischen Angaben ein Referendum über den Verbleib Griechenlands in der Eurozone ins Gespräch gebracht. Die Bundesregierung dementierte die Angaben ...

    • Ärzteschaft fordert Abschaffung der Praxisgebühr AFP - Sa., 19. Mai 2012 07:50 MESZ
      Ärzteschaft fordert Abschaffung der Praxisgebühr

      Die deutsche Ärzteschaft hat die Bundesregierung zur Abschaffung der Praxisgebühr aufgefordert. Stattdessen solle ein Teil der Überschüsse in der gesetzlichen Krankenversicherung bei den Krankenkassen ...

    • Eröffnung des Hauptstadtflughafens erst im Frühjahr 2013

      Schönefeld/Berlin (dapd). Der neue Hauptstadtflughafen Berlin Brandenburg soll erst im nächsten Jahr am 17. März in Betrieb gehen. Das hat der Aufsichtsrat der Berliner Flughafengesellschaft in einer Sondersitzung ...

    • Verkehrsminister Ramsauer setzt Berliner "Soko Flughafen" ein

      Berlin (dapd). Nach der Verschiebung des Eröffnungstermins des neuen Berliner Flughafens hat Verkehrsminister Peter Ramsauer eine "Soko Flughafen" eingesetzt. "Das Flughafen-Management muss ...

    • ThyssenKrupp schreibt weiter rote Zahlen dapd - Di., 15. Mai 2012 08:49 MESZ
      ThyssenKrupp schreibt weiter rote Zahlen

      Essen (dapd). ThyssenKrupp kommt nicht aus den roten Zahlen. Anhaltende Verluste im amerikanischen Stahlgeschäft und die angespannte Konjunkturlage bescherten Deutschlands größtem Stahlproduzenten im ersten ...

     

    Aktuelle Nachrichten