FRANKFURT. "Wir sind über diese Entscheidung sehr enttäuscht", sagte GM (NYSE: GM - Nachrichten) -Boss Fritz Henderson. "Aufgrund der plötzlichen Richtungsänderung werden wir die Situation in den nächsten Tagen neu bewerten und in der kommenden Woche die nächsten Schritte bekanntgeben."
Die Zukunft der schwer angeschlagenen schwedischen Marke ist damit wieder äußerst ungewiss. Der kleine Sportwagenhersteller Koenigsegg hatte sich mit dem Saab (Stockholm: SAABB.ST - Nachrichten) -Mutterkonzern General Motors (GM) bereits grundsätzlich auf die Übernahme von Saab geeinigt. Allerdings war die Finanzierung bislang nicht gelöst: Es fehlten noch etwa drei Mrd. Kronen (293 Mio. Euro). Diese Lücke sollte durch die Hereinnahme des chinesischen Autobauers BAIC geschlossen werden, der sich als Minderheitsaktionär an Saab beteiligen wollte. GM wollte zu den Gründen des Rückzugs keine Angaben machen.
Der Opel-Mutterkonzern, der heute sein Sanierungskonzept für die Rüsselsheimer vorlegt, muss damit bei der geplanten Abtrennung von vier Marken einen imageschädigenden Rückschlag einstecken. Auch der Verkauf der US-Marke Saturn an den US-Investor Penske war zuvor bereits in letzter Minute gescheitert. Das Aus für den Saab-Verkauf wirft ein Schlaglicht auf die Großbaustellen des staatlich gestützten US-Weltkonzerns, der sich nun anschickt, sein Europageschäft zu restrukturieren. Ein endgültiges Abkommen zwischen GM und Koenigsegg sollte ursprünglich bis Ende dieses Jahres unterzeichnet werden.
Saab befindet sich seit Februar unter Zwangsverwaltung und hatte mit mehreren Interessenten verhandelt. "Viele Personen haben während der vergangenen Monate unermüdlich an einer tragfähigen Zukunft für Saab im Rahmen eines Verkaufs der Marke und ihrer Produktionsstätten an Koenigsegg gearbeitet", betonte Henderson. Koenigsegg machte den "Zeitfaktor" für das Scheitern der Übernahme verantwortlich. Saab beschäftigt rund 4 000 Mitarbeiter.