Inflationsangst lässt Hedge-Fonds Gold horten

ftd
, Dienstag, 24. November 2009, um 20:01 CET

"Ich war nie ein Goldfan", zitiert das "Wall Street Journal" aus einem Investorenbrief des Tudor-Gründers Paul Tudor Jones. Gold sei eine Anlage, für die es - wie für alles andere im Leben auch - die rechte Zeit und den rechten Ort gebe. "Und jetzt ist so eine Zeit." Tudor hat in den vergangenen Monaten Gold und andere Edelmetalle gekauft.

Gold spielte bei Hedge-Fonds bisher eine geringe Rolle. Selbst Rohstofffonds spekulieren meist am Markt für Industriemetalle, Öl oder Agrarrohstoffe. Gold wird grundsätzlich als Inflationsschutz und als sicherere Investition in Krisenzeiten betrachtet. Infolge der Finanzkrise ist der Goldpreis rasant gestiegen. Er kletterte allein in diesem Jahr um mehr als 30 Prozent und markierte erst am Dienstag mit rund 1171 $ je Unze ein Rekordhoch. Ihr gestiegenes Interesse begründen die Hedge-Fonds - wie auch andere Investoren - mit der Furcht vor einer Geldentwertung. Greenlight-Chef David Einhorn , der mit Wetten auf die Pleite von Lehman Brothers von sich Reden machte, kritisiert schon lange die lockere Geldpolitik der US-Notenbank Fed.

Paulson & Co. startet Anfang 2010 sogar einen extra Goldfonds. John Paulsons Einschätzungen werden in der Finanzwelt sehr beachtet, weil er mit frühen Wetten auf den Kollaps des US-Häusermarktes Milliarden verdiente. Auch Hayman Advisors sowie Eton Park Capital sollen stark in Gold angelegt haben. Das Engagement der Hedge-Fonds ist mit ein Grund dafür, dass das Volumen des Indexfonds SPDR Gold Shares 2009 regelrecht explodiert ist. Hedge-Fonds bevorzugen generell Indexprodukte.

Auch privat schätzen die Fondsmanager Gold: Eine Umfrage der Dachfondsgesellschaft Moonraker ergab, dass 20 der 22 befragten US-Hedge-Fonds-Manager auch für sich selbst Gold erworben haben.